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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Raffenberg (HA-018)

Objektbezeichnung:

NSG Raffenberg

Kennung:

HA-018

Ort: Hagen
Kreis: Hagen
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 21,45 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1992
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Das Naturschutzgebiet "Raffenberg" wurde als Teil des FFH-Gebietes, (Fauna-Flora-Habitat-
richtlinie der EU) "Kalkbuchenwälder bei Hohenlimburg" (Natura 2000 Nr. DE - 4611-301) von der
Bundesrepublik Deutschland der Europäischen Kommission gemeldet.
Es ist Teil eines Massenkalkzuges und erstreckt sich zwischen Haßley, Herbeck, Holthausen
und Hohenlimburg.

Im Bereich des Naturschutzgebietes kommen folgende Lebensraumtypen gemäß Anhang I der
FFH-Richtlinie vor, die für die Meldung des Gebietes ausschlaggebend (A) oder darüber hinaus
für das Gebietsnetz Natura 2000 von Bedeutung sind (B):

A: - Orchideen-Kalk-Buchenwald (9150)
- Waldmeister Buchenwald (9139)

B: - Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation (8210)
- Schlucht- und Hangmischwälder (9180 prioritärer Lebensraum)

Bezüglich der Verträglichkeit und Genehmigungsfähigkeit von Projekten innerhalb und außerhalb
des FFH-Gebietes sind die Anforderungen der FFH-Richtlinie und die "Verwaltungsvorschrift zur
Anwendung der nationalen Vorschriften zur Umsetzung der Richtlinien 92/43/EWG (FFH-RL) und
70/409/EWG (Vogelschutz-RL) (VV-FFH)" strikt zu beachten.

Im Gebiet sind auch folgende nach § 62 LG NRW geschützten Biotope vorhanden:
- Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
- Schlucht-, Block- und Hangschuttwälder

Schutzzweck:

- zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten bestim-
mter wildlebender Pflanzen- und wildlebender Tierarten sowie zur Erhaltung und Entwicklung
ueberregional bedeutsamer Biotope seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypischer
wildlebender Pflanzen- und wildlebender Tierarten von europäischer Bedeutung.

Der Schutzzweck ist insbesondere:

a) Erhalt und Aufbau der Lebensgemeinschaften der Kalkbuchen-Hochwaelder mit Uebergang
zum Hainsimsen-Buchenwald und den gut ausgepraegten Waldraendern und ihren charakteri-
stischen Pflanzen- und Tierarten einschließlich ihrer mikroklimatischen Verhaeltnisse, ihres
Wasserhaushalts und ihrer Hoehlengewaesser als Lebensraum fuer troglobionte und troglo-
phile Tierarten sowie als Winterquartier fuer Fledermaeuse, Amphibien und Insekten (Schmet.
terlinge, Zweifluegler u.a.).

b) Erhalt und Foerderung der Felsklippen und Kalkfelsen-Formationen mit ihren typischen Pflanzen-
und Tierarten.
Typische Pflanzenarten sind z.B.:
Efeu, Schildfarn, Hirschzunge, Steinbrech.
Typische Tierarten sind z. B.:
verschiedene Schneckenarten wie z. B. Kellerglanzschnecke, Steinpicker etc.

c) Erhalt der Hoehlen und Kluefte im Massenkalk als Lebensraum fuer eine Vielzahl charakteristischer
und zum Teil bedrohter Tierarten (z. B. Rolfhoehle I u. II).
Charakteristische Tierarten sind z. B. Hoehlenspinnen, verschiedene Nachtfalterarten und
Fledermaeuse.

d) Erhaltung und Entwicklung naturnaher basenrei-her, meist kraut- und geophytenreicher Orchi-
deen-Buchenwälder mit ihrer typischen Fauna in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/
Altersphasen und in ihrer standörtlichen typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder,
Gebüsch- und Staudenfluren sowie ihrer Waldränder.

e) Erhaltung und Entwicklung großflächig-zusammenhängender, naturnaher, meist kraut- und geo-
phytenreicher Waldmeister-Buchenwälder auf basenreichen Standorten mit ihrer typischen
Fauna in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standörtlichen
typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, Gebüsch- und Staudenfluren sowie ihrer
Waldränder.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4611-908
Kennung:

BK-4611-908

Objektbezeichnung:

NSG Raffenberg

Link zur Karte: BK-4611-908
Objektbeschreibung: Das NSG Raffenberg befindet sich im Osten der Stadt Hagen, direkt oberhalb des Lennetals. Der Raffenberg ist eine nach allen Himmelsrichtungen exponierte Kalkkuppe. Das Gebiet wird mehrheitlich von Buchenwäldern bestockt.Teilweise sind die Buchen mehrstämmig, was auf eine ehemalige Niederwaldwirtschaft hinweist. Im Südwesten des Berges herrscht ein Fichtenbestand vor. Ein weiterer Fichtenbestand liegt am Nordhang am Fuss der Ruine Raffenberg. Vor allem an der Strasse sind hohe Felsen vorhanden, die allerdings durch den Strassenbau bedingt sind. Das Gebiet ist besonders wertvoll im Rahmen des regionalen Biotopverbundes im FFH-Gebiet Kalkbuchenwälder bei Hohenlimburg. Im Gebiet kommen folgende Par. 62-Biotoptypen vor: - natuerliche Felsbildungen (GA, GE), - Wald und Gebüsch trocken-warmer Standorte (AA5) - Ahorn Schlucht- bzw. Hangschuttwald (AR2)
Lebensraumtypen:
  • Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation <8210> (0,09 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) <9130> (10,47 ha)
  • Mitteleuropaeischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) <9150> (1,89 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Schlucht- und Hangschuttwaelder (nicht FFH-LRT) sowie felsenreiche Waelder <NAY0> (0,73 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Schlucht-, Blockhalden-, Hangschuttwaelder (0,73 ha)
  • Waelder und Gebuesche trockenwarmer Standorte (1,89 ha)
Biotoptypen:
  • Sonstiger Nadel-Laubmischwald einheimischer Laubbaumarten <AG3> (2,38 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (3,86 ha)
  • Aufforstung <AU0> (0,24 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (10,47 ha)
  • natuerlicher Kalkfels <xGA1> (0,09 ha)
  • Orchideen-Buchenwald <zAA5> (1,89 ha)
  • Ahorn-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <zAR2> (0,73 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Ulme (Ulmus glabra)
  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fruehlings-Hainsimse (Luzula pilosa)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hohe Schluesselblume (Sa.) (Primula elatior agg.)
  • Kahlfruechtiger Feld-Ahorn (Acer campestre subsp. leiocarpum)
  • Kleinblaettrige Stendelwurz (Epipactis microphylla)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Mauerraute (Asplenium ruta-muraria (subsp. ruta-muraria))
  • Nestwurz (Neottia nidus-avis)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sanikel (Sanicula europaea)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
  • Trauben-Eiche (Sa.) (Quercus petraea agg.)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weisses Waldvoegelein (Cephalanthera damasonium)
Tierarten:
  • Amsel (Turdus merula)
  • Blaumeise (Parus caeruleus)
  • Buchfink (Fringilla coelebs)
  • Kohlmeise (Parus major)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Singdrossel (Turdus philomelos)
  • Star (Sturnus vulgaris)
  • Waldlaubsaenger (Phylloscopus sibilatrix)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines Kalkbuchenwaldes u.a. mit Altholz u.a. fuer Hoehlenbrueter sowie Erhaltung der Felsklippen und Kalkfels-Formationen, Höhlen und Klüfte als Lebensräume zahlreicher Arten der Roten Liste NRW
Gefährdungen:
  • Freizeitaktivitaeten
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
Maßnahmen:
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Waldmantelentwicklung
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