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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Ruhrtal bei Laer (HSK-016)

Objektbezeichnung:

NSG Ruhrtal bei Laer

Kennung:

HSK-016

Ort: Meschede
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 187,01 ha
Offizielle Fläche: 160,70 ha
Flächenanzahl: 2
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1979
Inkraft: 1994
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Gemaess LG Paragraph 20

- Erhaltung und Optimierung eines wissenschaftlich, erdgeschichtlich und landeskundlich
bedeutsamen Abschnitts des Ruhrtales mit einem naturnahem Flusslauf, Vorkommen von
seltenen Waldgesellschaften, natuerlichen Felsklippen und Gruenlandbereichen; dem
Biotopkomplex kommt regionale Bedeutung zu (Rote-Liste-Pflanzen- und Tierarten).
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4615-800
  • BK-4615-801
Kennung:

BK-4615-800

Objektbezeichnung:

Ruhrtal bei Laer

Link zur Karte: BK-4615-800
Objektbeschreibung: Der Mittellauf der Ruhr durchfließt bei Meschede-Laer ein breites, geschwungenes Offenlandtal, das von markanten, bewaldeten Bergrücken und Kuppen begrenzt wird. Der Talboden weist großflächige Auenböden mit einer Moorlinse auf. Die längs des Tales verlaufende Bahnlinie trennt einen breiten Obergraben von dem Haupttal. Teile des Ruhrtales werden als Wassergewinnungsgebiet genutzt. Durch einen abschnittsweise Anstau der Ruhr in Höhe der Wassergewinnungsanlage und durch den Wasserentzug des Obergrabens weist der Flusslauf ein differenzierte Abfolge tiefer und flacher Abschnitte auf. Der Mittelgebirgsfluss der Ruhr wird von Ufergehölzen und schmalen Auenwaldstreifen begleitet, örtlich durchsetzt von breiten Hochstaudensäumen und Fließgewässerröhrichten. Die Talebene wird von großflächigen, ruderalisierten Glatthaferwiesen eingenommen, die weitgehend ungenutzt sind. Nördlich der Ruhrtalbahn kommen auch ausgedehnte, extensiv gepflegte Feuchtwiesen zur Ausprägung. Das Ruhrtal bei Laer besitzt einen äußerst vielfältigen Komplex aus Gewässer- und Offenland--Lebensräumen in enger Verzahnung zum Wald. Von herausragender Bedeutung sind insbesondere der ausgedehnte Feucht- und Nassbrache-Komplex und die schmalen Auenwälder, -gebüsche und -säume. Floristisch auffallend ist insbesondere das individuenreiche Vorkommen des Straußenfarns in einem Feuchtwaldstreifen entlang der Ruhr. Das Ruhrtal bei Laer ein siedlungsfreier, weitgehend unzerschnittener Talraum in enger Verzahnung zu bewaldeten Ruhr-Randhöhen. Im Gebiet kommen folgende Biotope nach § 62 LG vor: -Auwälder (zAC5, zAE1), -natürliche oder naturnahe unverbaute Bereiche fließender Gewässer (zFO1), -Nass- und Feuchtgrünland (yEE3)
Kennung:

BK-4615-801

Objektbezeichnung:

Ruhr-Randhöhen Stesserburg-Schneisenberg-Buchholz

Link zur Karte: BK-4615-801
Objektbeschreibung: Die bewaldeten Ruhr-Randhöhen von Stesserburg (ca. 326 m üb. NN), Schneisenberg ( ca. 350 m üb. NN) und Buchholz (ca. 373 m üb. NN) beidseitig des geschwungenen Ruhrtales von Meschede-Laer fallen steil mit Höhendifferenzen zwischen 80 und 125 m in das geschwungene Offenlandtal ab. Aufgebaut werden sie von karbonischen Ton-, Schluff- und Kalksteinen, die in den Gipfelregionen zu differenzierten flachgründigen Böden vom Typ der Rendzinen, Ranker und Podsole verwittert sind. Auf der Stesserburg liegt eine prähistorische Wallburg, auf dem Buchholz steht ein verfallender Rundturm. Die Ruhr-Randhöhen tragen überwiegend strukturreiche Buchenmischwälder, kleinflächig auch edellaubholzreiche Hangschutt- und Schluchtwälder. Der nordexponierte Ruhr-Steilhang der Stesserburg wird seit Jahrzehnten forstlich nicht genutzt. Floristisch auffallend ist insbesondere das Vorkommen des Hirschzungenfarn auf dem Ruhrhang des Buchholzes. Stesserburg, Schneisenberg und Buchholz haben eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung wegen ihrer strukturreichen Buchenmischwälder bodensaurer und carbonatischer Prägung unter Einschluss kleinflächiger Schlucht-, Hang- und Blockschuttwälder. Sie stellen naturnahe Kontakt-Lebensräume gegenüber dem offenen Ruhrtal dar bei weitgehendem Fehlen trennender Straßen oder Siedlungssplitter. Im Gebiet kommen folgende Biotope nach § 62 LG vor: -Schlucht-, Block- und Hangschuttwälder (zAR2), -Quellbereiche (yFK2), -Auwald (zAM2)
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (24,61 ha)
  • Gebueschstreifen, Strauchreihe <BB1> (1,49 ha)
  • Fettweide <EB0> (11,20 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (3,73 ha)
  • Graben <FN0> (3,73 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (56,61 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAA2> (8,61 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <xAB1> (2,46 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <xAB9> (6,15 ha)
  • Wald, Jungwuchs <xAU1> (3,69 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <xEA1> (41,98 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (11,20 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <yFK2> (1,23 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <zAC5> (1,49 ha)
  • Weiden-Auenwald <zAE2> (2,24 ha)
  • Bachbegleitender Eschenwald <zAM2> (2,46 ha)
  • Ahorn-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <zAR2> (12,31 ha)
  • Mittelgebirgsfluss <zFO1> (3,73 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aehrige Teufelskralle (Phyteuma spicatum)
  • Baeren-Lauch (Allium ursinum (subsp. ursinum))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dunkles Lungenkraut (Pulmonaria obscura)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Efeublaettriger Ehrenpreis (Veronica hederifolia subsp. hederifolia)
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeines Brunnenmoos (Fontinalis antipyretica)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Nachtviole (Hesperis matronalis (subsp. matronalis))
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Goldschopf-Hahnenfuss Sa. (Ranunculus-auricomus-Gruppe)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Hirschzunge (Asplenium scolopendrium (subsp. scolopendrium))
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Hohe Weide (Salix rubens (S. alba x fragilis))
  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava (subsp. cava))
  • Holz-Apfel (Malus sylvestris)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Nesselblaettrige Glockenblume (Campanula trachelium (subsp. trachelium))
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Scharbockskraut (Ficaria verna)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Straussfarn (Matteuccia struthiopteris)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Ulme (unbestimmt) (Ulmus spec.)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Schwingel (Festuca altissima)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wildes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
Tierarten:
  • Buntspecht (Dendrocopos major)
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Flussuferlaeufer (Actitis hypoleucos)
  • Grauspecht (Picus canus)
  • Maeusebussard (Buteo buteo)
  • Neuntoeter (Lanius collurio)
  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Wasseramsel (Cinclus cinclus)
Schutzziele: Erhalt und ökologische Entwicklung eines offenen, unverbauten Talabschnitts des Ruhrtals mit Auenwald-Säumen, Glatthaferwiesen und Feuchtgrünland in enger Verzahnung zu bewaldeten Randhöhen mit differenzierten LaubmischwäldernErhalt landschaftlich markanter bewaldeter Ruhr-Randhöhen und ökologische Entwicklung naturnaher Wald-Lebensräume insbesondere durch Verzicht auf eine forstliche Nutzung der seltenen Wald-Lebensräume des Schlucht-, Steilhang- und Blockschuttwaldes
Gefährdungen:
  • Einebnung geomorphologischer Kleinstrukturen
  • Einwanderung, Ausbreitung Neophyten
  • Gewaesserausbau
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
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