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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Katenberg (HSK-059)

Objektbezeichnung:

NSG Katenberg

Kennung:

HSK-059

Ort: Sundern
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 9,34 ha
Offizielle Fläche: 9,50 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1991
Inkraft: 1993
Außerkraft: 9999
Schutzziel: gemaess LG Paragraph 20,
- zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten
bestimmter wildlebender Pflanzen und wildlebender Tierarten,
- aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen
oder erdgeschichtlichen Gruenden,
- wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden
Schoenheit der Flaeche,
- Regionale Bedeutung, Rote-Liste-Pflanzen- und Tierarten,
Komplex gut ausgebildet, biogeographische Bedeutung, hohe Arten-
vielfalt, Bedeutung fuer die Forschung, Refugialbiotop
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4613-0357
Kennung:

BK-4613-0357

Objektbezeichnung:

NSG Katenberg

Link zur Karte: BK-4613-0357
Objektbeschreibung: Die strukturreiche Kulturlandschaft des NSG Katenberg findet sich unmittelbar nördlich der Bundesstraße B 229 (und damit nördlich des Enkhauser Bachtales) nordwestlich der Ortslage Enkhausen. Geschützt ist der steile Südhang des namengebenden Katenberges; im Umfeld schließen sich neben Straßen und Siedlung überwiegend Intensivgrünland bzw. Ackerflächen an. Insgesamt lässt sich das NSG als gehölzreicher Grünland-Komplex beschreiben, der durch z. T. flachgründige, skelettreiche Kalk-Standorte sowie vielfach südliche Expositionen geprägt ist. Am terrassierten Oberhang (ehem. Ackerterrassen) sind zwischen den dichten, dornstrauchreichen Böschungshecken - teilweise auf früheren Ackerstandorten (!) - mäßig artenreiche Glatthaferwiesen mit einigen Kalkzeigern (z. B. Wirbeldost) entwickelt, die vermutl. ein hohes Entwicklungspotenzial haben. Im Westen sind im Bereich einer solchen Glatthaferwiese junge Obstbäume angepflanzt worden. Die mit einigen Gehölzstrukturen ausgestattete Goldhaferwiese am östlichen Mittel- und Unterhang ist zwar nur schwach charakterisiert (Dominanz von Goldhafer, Rotschwingel und Rotem Straußgras), aber weitaus arten- und blütenreicher -Gewöhnlicher Dost und Wirbeldost u. a. sind als Kalkzeiger regelmäßig vertreten. Vermutlich handelt es sich um eine früher beweidete Fläche, für die ebenfalls ein sehr hohes Entwicklungspotenzial anzunehmen ist. Am westlichen Mittelhang zeigt sich eine weitere ehem. Ackerterrasse inzwischen total verbuscht. Wertgebend sind ferner die artenreichen Feldgehölze auf sehr flachgründigen Kalkstandorten, die im Osten und Westen an den beschriebenen Grünland-Komplex angrenzen. Durch die frühere Beweidung, wahrscheinlich auch die Nutzung zur Brennholz-Gewinnung, haben sich kleine (sekundäre) Eichen-Hainbuchenwäldchen entwickelt, die inzwischen die artenreiche Krautschicht eines Waldmeister- bzw. Perlgras-Buchenwaldes mit einige floristische Besonderheiten wie die Grüne Nieswurz aufweisen (Haselwurz wurde nicht gefunden?!). Ferner fallen zahlreiche Überhälter in den Feldgehölzen auf (Eiche, Esche Rotbuche), die Beweidung der Wäldchen wurde zwischenzeitlich eingestellt. Am südwestlichen Hangfuss sind vielfältige Gebüsche entwickelt - die teilweise enthaltenen alten Obstbäume deuten an, das auch diese Flächen früher z. T. zur offenen Kulturlandschaft gehört haben. Hier liegt auch ein nur von Süden erreichbarer, aufgelassener Kalksteinbruch, der ebenfalls bereits stark verbuscht ist. Die auf dem Kalk-Standort für die Region ungewöhnlich artenreichen Krautschichten der Feldgehölze mit zahlreichen regional seltenen Pflanzenarten sowie das insgesamt große Entwicklungspotenzial des strukturreichen, südlich exponierten Grünland-Komplexes machen die besondere Bedeutung des Gebietes als Trittsteinbiotop innerhalb des lokalen Biotopverbundes aus.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Feldgehoelze (nicht FFH-LRT) <NBA0> (1,12 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete flaechige Gebuesche und Baumgruppen <NBB0> (2,53 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (0,56 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (2,99 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Feldgehoelz aus einheimischen Baumarten <BA1> (1,12 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (2,53 ha)
  • Boeschungshecke <BD4> (0,56 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <EA1> (1,59 ha)
  • Fettwiese, Mittelgebirgsausbildung (Goldhaferwiese) <EA2> (1,40 ha)
  • Kalksteinbruch <GC1> (0,14 ha)
  • Streuobstwiese <HK2> (0,47 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Artengruppe Gefleckter Aronstab (Arum maculatum agg.)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dornige Hauhechel (Ononis spinosa (subsp. spinosa))
  • Dunkles Lungenkraut (Pulmonaria obscura)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Garten-Apfel (Malus domestica)
  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)
  • Gemeiner Dost (Origanum vulgare)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Hohlzahn (Galeopsis tetrahit)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Grosse Bibernelle (Pimpinella major)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Gruene Nieswurz (Helleborus viridis)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Herbst-Loewenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria (subsp. eupatoria))
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
  • Raukenblaettriges Greiskraut (Senecio erucifolius (subsp. erucifolius))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sanikel (Sanicula europaea)
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Veilchen unbestimmt (Viola spec.)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weiche Trespe (Bromus hordeaceus)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisses Labkraut (Galium album)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wiesen-Bocksbart Sa. (Tragopogon pratensis)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea subsp. jacea)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Wiesen-Schluesselblume (Primula veris (subsp. veris))
  • Wirbeldost (Clinopodium vulgare (subsp. vulgare))
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
  • Zwetschge (Prunus domestica)
Tierarten:
Schutzziele: Schutz, Erhalt und Entwicklung eines exponierten Reliktes der historischen, kleinbäuerlichen Sauerländer Kulturlandschaft und seiner Lebensgemeinschaften mit zahlreichen regional seltenen und z. T. gefährdeten Tier- und Pflanzenarten

Pflege und Entwicklung der strukturreichen Kulturlandschaft als Trittsteinbiotop in überwiegend ausgeräumter Agrarlandschaft sowie aus landschaftsästhetischen Gründen

Erhaltung der Landschaftsstrukturen und Optimierung der Grünlandnutzung
Gefährdungen:
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Mahd zu intensiv (LW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, zu intensive Duengung (LW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beseitigung von baulichen Anlagen
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Duengung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Pflege von Hecken
  • Vegetationskontrolle
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