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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Graefenberg (HSK-072)

Objektbezeichnung:

NSG Graefenberg

Kennung:

HSK-072

Ort: Sundern
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 7,90 ha
Offizielle Fläche: 0,90 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1991
Inkraft: 2019
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4614-0415
  • BK-4614-0417
Kennung:

BK-4614-0417

Objektbezeichnung:

NSG "Wacholder-Vorkommen Gräfenberg"

Link zur Karte: BK-4614-0417
Objektbeschreibung: Das sehr kleinflächige NSG schützt ein reliktäres Wacholder-Vorkommen am Südwest-Abhang des Gräfenberges südlich der Stadt Sundern. Die Fläche ist überwiegend von Nadelholzforsten umgeben. Nordöstlich hat sich auf derselben ehem. Kahlschlagfläche eine Calluna-Heide entwickelt, an die der langgestreckte Niederwald-Komplex des Gräfenberges anschließt (hier NSG-Erweiterungsvorschlag). Das kleine Wacholderheiden-Vorkommen ist im Süden des NSG zu finden. Die Wacholder standen früher im südwestlichen Randbereich eines Niederwaldes, der jedoch vor rund 20 Jahren im Bereich des NSG und weiter hangaufwärts teilweise abgetrieben wurde (kleinflächige Reste im Osten des NSG). Die geplante Aufforstung der Schlagfläche mit Douglasien unterblieb seinerzeit, so dass sich die Bereiche heute zu einer fragmentarischen Wacholderheide bzw. anschließend (auch außerhalb des NSG) zur Calluna-Heide entwickelt haben. Die Krautschicht beider Heiden ist artenarm, aber stark deckend bei Dominanz der Drahtschmiele bzw. der Besenheide. Die Laubholz-Verbuschung (v. a. Birken) in dem lockeren Wacholder-Bestand ist inzwischen weiter fortgeschritten.
Kennung:

BK-4614-0415

Objektbezeichnung:

Erweiterungsvorschlag zum NSG "Wacholder-Vorkommen Gräfenberg"

Link zur Karte: BK-4614-0415
Objektbeschreibung: Der NSG-Erweiterungsvorschlag mit seiner Niederwald- und Heide-Vegetation schließt sich direkt nordöstlich an das NSG "Wacholder-Vorkommen Gräfenberg" an und umfasst große Teile der Oberhänge des langgestreckten Bergrückens südlich der Stadt Sundern. An den Unterhängen im Umfeld finden sich fast ausschließlich Nadelholzforste. Auf dem Gräfenberg stockt recht großflächig ein durchgewachsener, strukturreicher, lichter Birken-Eichen-Niederwald. Der skelettreiche, fast grusige, schlecht wüchsige Standort v. a. am Oberhang bedingt "knorrig" wachsende Bäume, meist alte Eichen, Buchen und Birken. Die Krautschicht wird meist von der Drahtschmiele und Heidelbeere beherrscht. Gelegentlich sind einige Fichten in den Bestand eingestreut, die beseitigt werden sollten. Nur am Unterhang finden sich vereinzelt auch ältere Buchen- und Eichen-Kernwüchse. Am Steilhang im südwestlichen Teilbereich ist der Niederwald vor rund 20 Jahren teilweise abgetrieben worden. Die geplante Aufforstung der Schlagfläche mit Douglasien unterblieb seinerzeit, so dass sich die Bereiche heute zu einer recht großflächigen Calluna-Heide mit Einzelbäumen (Eichen, Kiefern) entwickelt haben. Bemerkenswert ist auch das Vorkommen einzelner, älterer Wacholder-Büsche. Die Krautschicht der Heide ist artenarm, aber stark deckend bei Dominanz der Besenheide, fleckenweise auch der Heidelbeere und der Drahtschmiele. Die Fläche ist augenscheinlich vor nicht allzu langer Zeit "entkusselt" worden, die Laubholz-Verbuschung (v. a. Birken) setzt jedoch herdenweise schon wieder ein. Insgesamt handelt es sich um ein bemerkenswertes Relikt der historischen, kleinbäuerlichen Sauerländer Kulturlandschaft.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <LRT-ID > (0,20 ha)
  • Trockene europaeische Heiden <4030> (1,42 ha)
  • Wacholderbestaende auf Zwergstrauchheiden oder Kalkhalbtrockenrasen <5130> (0,15 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Nieder- und Mittelwaelder (nicht FFH-LRT) <NAW0> (7,55 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (7,75 ha)
  • Calluna- bzw. Sandheide <DA1> (1,42 ha)
  • Wacholder-Heide <DA4> (0,15 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Blutwurz (Potentilla erecta)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Cladonia spec. (Cladonia spec.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Faulbaum (Frangula alnus)
  • Fichte (Picea abies)
  • Gewöhnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella subsp. acetosella)
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica)
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Widertonmoos (unbestimmt) (Polytrichum spec.)
  • Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)
Tierarten:
Schutzziele:
  • Schutz, Erhalt und Entwicklung von Fragmenten submontaner (Wacholder-) Heidevegetation als Relikt der historischen, kleinbäuerlichen Sauerländer Kulturlandschaft
  • Schutz, Erhalt und Optimierung submontaner Heiden und strukturreicher Niederwald-Bestände einschließlich ihrer Lebensgemeinschaften u. a. aus kulturhistorischen Gründen
    Erhalt und Entwicklung des Reliktes der historischen, kleinbäuerlichen Sauerländer Kulturlandschaft als Trittsteinbiotop in einer von Nadelholzforsten geprägten Waldlandschaft
    Erhalt von Niederwaeldern
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • mangelnde Niederwaldnutzung (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Jagdausuebung beschraenken
  • keine Aufforstung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Niederwald abschnittsweise auf den Stock setzen
  • NSG-Ausweisung / vertragliche Regelung
  • Vegetationskontrolle
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