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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Glockengrund (HSK-094)

Objektbezeichnung:

NSG Glockengrund

Kennung:

HSK-094

Ort: Marsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 43,24 ha
Offizielle Fläche: 43,27 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1992
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4519-0005
Kennung:

BK-4519-0005

Objektbezeichnung:

NSG Glockengrund

Link zur Karte: BK-4519-0005
Objektbeschreibung: Der Glockengrund ist ein linkes Seitental der Orpe westlich von Marsberg-Udorf. Er umfasst einen strukturreichen, nach Osten geöffneten, verzeigten Talzug mit wertvollen Kalkmagerrasen, Magerweiden und Wiesen sowie zwei kleinen Buchengehölzen. Das NSG wird vorwiegend von Intensivwiesen eingenommen, kleinere Flächenanteile entfallen auf Fettweiden, Ackerflächen sowie magere Glatthaferwiesen. An den steileren Unterhängen und an einer Kuppe sind artenreiche Kalkhalbtrockenrasen entwickelt, die durch Huteschäferei gepflegt werden. Im Osten sind an beiden Talflanken verschiedene Ausprägungen der Magerrasen vorhanden. Am nordexponierten Hang stehen auf den höherwüchsig bis vergrasten Magerrasen zwei größere Wacholder-Bestände. Am südexponierten Gegenhang umrahmen blumenreiche Magerrasen einen kleinen aufgelassen Steinbruch mit Gebüschen im Vorwaldstadium. Oberhalb des kaum noch erkennbaren Steinbruches liegt in einem beweideten Espen-Buchengehölz mit alten mehrtriebigen Buchen eine weitere Kleinabgrabung. Hier wurden der Bergrücken sowie der nordexponierte Hang zum Hummelgrund in das NSG einbezogen. Ein sehr kraut- und artenreicher Kalkmagerrasen befindet sich auf einer flachgründigen Kuppe am Westrand des NSG. Er ist z.T. mit mannshohen Dornsträuchern. Weitere blütenreiche Kalkmagerrasensäume finden sich entlang der das NSG durchziehenden, asphaltierten Wirtschaftswege sowie am Südwestrand des NSG (hier mit einzelnen älteren Fichten überstellt). Zahlreiche hangparallele Hecken, einzelne Gebüsche und alte Solitärbäume sowie, im Südosten, ein älteres Buchen-Feldgehölz strukturieren die Talzüge. Die Hecken sind teils dornstrauchreich, teils erst in jüngerer Zeit angepflanzt und dann reich an Feld-Ahorn. Der nördliche Arm des verzweigten Bachlaufes ist zumeist kerbtalartig eingetieft. Die Steilböschungen sind mit heckenähnlichen Gehölzsäumen eingewachsen, der Bach führt nur episodisch Wasser. Der südliche Bacharm ist im oberen, westlichen Abschnitt nicht mehr vorhanden. Unterhalb des Zusammenflusses beider Quellarme und im unteren Abschnitt des nördlichen Armes ist ein schmales Muldental mit Grünlandvegetation und Brennnesselfluren ausgebildet. Mit seiner Vielfalt an Gehölz- und Offenlandbiotopen sowie den blütenreichen Kalkmagerrasen, Magerwiesen, Magerweiden und Säumen ist der Glockengrund in der intensiv genutzten Kulturlandschaft südöstlich von Marsberg zusammen mit den benachbarten Naturschutzgebieten Hummelgrund und Udorfer Mühle von herausragender Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz. Die Kalkmagerrasen beherbergen elf gefährdete Pflanzenarten. Im Biotopverbund ist das NSG Glockengrund von internationaler Bedeutung vor allem für die Lebensgemeinschaften artenreicher Kalkmagerrasen. Zur Aufwertung der Lebensraumqualitäten sollten die nährstoffreichen Wiesen ausgemagert werden. Die Beweidung des Feldgehölzes im Osten ist einzustellen. Die Kalkmagerrasen sollten durch Fortführung der Hüteschäferei gepflegt werden, wobei die vergrasten, floristisch verarmten Bereiche scharf zu beweiden sind. Die Fichten im Südosten sollten entnommen werden.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <> (33,67 ha)
  • <> (2,90 ha)
  • Wacholderbestände auf Zwergstrauchheiden oder Kalkhalbtrockenrasen <5130> (0,16 ha)
  • Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia)(* bes. Bestände mit bemerkenswerten Orchideen) <6210> (2,89 ha)
  • Glatthafer- und Wiesenknopf-Silgenwiesen <6510> (0,41 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald <9130> (0,43 ha)
  • Schutzwürdige und gefährdete Feldgehölze (nicht FFH-LRT) <NBA0> (0,57 ha)
  • Schutzwürdige und gefährdete flächige Gebüsche und Baumgruppen <NBB0> (0,71 ha)
  • Kalkhalbtrockenrasen <NDD0> (0,12 ha)
  • Mesophiles Wirtschaftsgrünland incl. Brachen <NE00> (0,20 ha)
  • Magergrünland incl. Brachen <NED0> (0,49 ha)
  • Fließgewässer <NFM0> (0,25 ha)
  • Streuobstbestände <NHK0> (0,12 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (0,43 ha)
  • Feldgehoelz aus einheimischen Baumarten <BA1> (0,57 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,70 ha)
  • Hecke <BD0> (2,90 ha)
  • Einzelbaum <BF3> (0,01 ha)
  • Enzian-Schillergrasrasen <DD1> (2,89 ha)
  • Wacholder-Kalkhalbtrockenrasen <DD3> (0,16 ha)
  • Fettwiese <EA0> (31,59 ha)
  • Fettweide <EB0> (1,40 ha)
  • Magerwiese <ED1> (0,41 ha)
  • Magerweide <ED2> (0,30 ha)
  • brachgefallenes Magergruenland <EE4> (0,19 ha)
  • Quellbach im Tiefland <FM4a> (0,25 ha)
  • Acker <HA0> (0,88 ha)
  • Rain, Strassenrand <HC0> (0,12 ha)
  • Streuobstwiese <HK2> (0,12 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Arznei-Thymian (Sa.) (Thymus pulegioides agg.)
  • Aufgeblasenes Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Berg-Klee (Trifolium montanum)
  • Blaugruene Segge (Carex flacca (subsp. flacca))
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echter Wiesenhafer (Helictotrichon pratense (subsp. pratense))
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Echtes Tausendgueldenkraut (Centaurium erythraea)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Faerber-Ginster (Genista tinctoria)
  • Falsche Stachel-Segge (Carex pairae)
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Feld-Hainsimse (Luzula campestris (subsp. campestris))
  • Fichte (Picea abies)
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
  • Fruehlings-Segge (Carex caryophyllea)
  • Garten-Apfel (Malus domestica)
  • Gemeiner Natterkopf (Echium vulgare)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gemeines Kreuzbluemchen (Polygala vulgaris)
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Gemuese-Lauch (Allium oleraceum)
  • Gewoehnliche Schlehe (Prunus spinosa)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Gewoehnliches Sonnenroeschen (Helianthemum nummularium)
  • Golddistel (Carlina vulgaris (subsp. vulgaris))
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Grossbluetige Braunelle (Prunella grandiflora (subsp. grandiflora))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Schillergras (Koeleria pyramidata (subsp. pyramidata))
  • Grosses Zweiblatt (Listera ovata)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heide-Guensel (Ajuga genevensis)
  • Hopfenklee (Medicago lupulina)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Knaeuel-Glockenblume (Campanula glomerata (subsp. glomerata))
  • Kriechende Hauhechel (Ononis repens)
  • Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media (subsp. media))
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans (subsp. nutans))
  • Purgier-Lein (Linum catharticum)
  • Quendelblaettriges Sandkraut (Arenaria serpyllifolia)
  • Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus)
  • Rauher Loewenzahn (Leontodon hispidus)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silberdistel (Carlina acaulis)
  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule (subsp. acaule))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weisses Labkraut (Galium album)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Labkraut Sa. (Galium mollugo agg.)
  • Wiesen-Schluesselblume (Primula veris (subsp. veris))
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Wirbeldost (Clinopodium vulgare (subsp. vulgare))
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zwetschge (Prunus domestica)
Tierarten:
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
Schutzziele: Erhalt grünlanddominierter Talzüge mit hoher Biotopvielfalt, reichhaltiger Strukturierung durch verschiedenartige Kleingehölze, mageren Wiesen und Weiden sowie sehr arten- und blütenreichen Kalk-Halbtrockenrasen und Säumen als Lebensraum u.a. für zahlreiche gefährdete Pflanzenarten
Gefährdungen:
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Vegetationskontrolle
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