Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Springebachtal (HSK-418)

Objektbezeichnung:

NSG Springebachtal

Kennung:

HSK-418

Ort: Winterberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 17,88 ha
Offizielle Fläche: 17,89 ha
Flächenanzahl: 2
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2006
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4717-0008
  • BK-4717-0009
Kennung:

BK-4717-0009

Objektbezeichnung:

NSG Springebachtal (LP Winterberg, Nordteil)

Link zur Karte: BK-4717-0009
Objektbeschreibung: Das Gebiet umfasst einen etwa 1,1 km langen und bis 200 m breiten Abschnitt des Springebachtales oberhalb von Grönebach. Die sanft nach Westen abfallende Talung wird fast ausschließlich von Grünland eingenommen mit ausgedehnten, wertvollen Nassgrünlandflächen sowie Goldhaferwiesen. Der mäßig naturnahe Springebach entspringt in einer beweideten Geländevertiefung und gewinnt rasch an Wasserführung. Im Wasser kommt frequent Wasserstern vor. Der Bach wird im Oberlauf von schmalen Nassweidestreifen begleitet, die sich im mittleren und unteren Talabschnitt bis auf etwa 100 m aufweiten. Hier kommen neben binsenreichen Feucht- und Nassweiden in Bachnähe madesüß- und binsenreiche Brachen, südlich des Baches auch Nasswiesen vor. Besonders hervorzuheben ist ein Kleinseggensumpf im mittleren Talabschnitt mit hohem Anteil an Sumpfblutauge. Örtliche gewässerbegleitende Hochstaudensäume sind z.T. mit angrenzenden Feuchtbrachen verzahnt. Im unteren Abschnitt begleitet ein alter Gehölzsaum aus durchgewachsenen Weiden-Stockausschlägen den Bach. Höher gelegene Talbereiche werden von mäßig artenreichen Goldhaferwiesen sowie Fettwiesen, Fettweiden und Weidelgras-Weißklee-Weiden eingenommen. Am Südwestrand befindet sich in Ortsrandlage eine großteils bereits gerodete Weihnachtsbaumkultur. Mit seinem sehr hohen Anteil an Feucht- und Nassgrünland sowie den Goldhaferwiesen ist das Springebachtal ein für das Rothaargebirge typisch ausgeprägter Talraum mit hoher Artenvielfalt und Vorkommen vieler gefährdeter Pflanzenarten. Das Springebachtal ist als Teilbereich des Springe- und Hillebachtals im Rahmen des landesweiten und des regionalen Biotopverbundsystems von herausragender Bedeutung. Durch eine Nutzungsextensivierung auf den Fettwiesen und -weiden ließe sich die Wertigkeit des Gebietes weiter steigern.
Kennung:

BK-4717-0008

Objektbezeichnung:

NSG Springebachtal (LP Winterberg, Südteil)

Link zur Karte: BK-4717-0008
Objektbeschreibung: In der von Fichtenforsten und Grünlandnutzung geprägten Mittelgebirgslandschaft zwischen Winterberg-Elkeringhausen und Medebach-Küstelberg in einer Höhenlage von ca. 640 m ü.NN gelegen, stellt das Gebiet einen sehr strukturreichen Biotopkomplex aus quelligem Kleinseggenried, Grauweidengebüschen, Feucht- und Nassweiden unterschiedlicher Ausprägung sowie randlich gelegenen kleinen Magerrasen und Magerweiden dar. Es bildet den offenen Talschluss des Springebaches, der jedoch erst weiter talabwärts, kurz vor Grönebach, als permanentes Fließgewässer in Erscheinung tritt. Im Süden der Fläche fällt ein größerer offener und sehr quelliger Bereich inmitten von Grau- und Ohrweidengebüschen auf, der von Kleinseggenriedern eingenommen wird. Der offene Bereich wird augenscheinlich nicht genutzt ( evtl. Pflegemahd im Spätherbst). Im Norden grenzt ein Feuchtweidekomplex mit mehreren Gräben an, der teils als nährstoff- und binsenreiche Sumpfdotterblumenwiese, teils als nährstoffarmer Hundsstraußgrasrasen auf saurem, wechselfeuchtem Standort ausgeprägt ist. Randlich, im Übergang zu den angrenzenden Fichtenforsten, fallen fragmentarische Borstgrasrasen und Magerweiden auf. Frühere Besenginstergebüsche wurden gerodet. Erst in den vergangenen Jahren wurden die Fichten großflächig aus dem Talbereich entfernt, so dass die Nassgrünland- und Borstgrasrasenflächen abschnittsweise noch den Charakter relativ artenarmer Entwicklungsstadien aufweisen. Im Nordwesten des Kleinseggenriedes wurde ein Holz-Bohlenpfad als Teil eines Wanderweges angelegt. Das Obere Springebachtal mit seinem vielfältigen und artenreichen Vegetationsmosaik aus quelligen Kleinseggenriedern, Feuchtgrünland und Borstgrasrasenelementen ist in dieser Ausprägung charakteristisch für das Rothaargebirge. Es ist als Teilbereich des Springe- und Hillebachtals im Rahmen des landesweiten und des regionalen Biotopverbundsystems von herausragender Bedeutung. Die extensive Beweidung des NSG sollte fortgesetzt werden, der Bereich des Kleinseggenriedes sollte regelmäßig im Spätherbst gemäht werden.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <> (7,65 ha)
  • Fließgewässer mit Unterwasservegetation <3260> (0,19 ha)
  • Feuchte Hochstaudenfluren <6430> (0,11 ha)
  • Berg-Mähwiesen <6520> (2,15 ha)
  • Sumpf-, Moor- und Bruchwälder <NAC0> (0,24 ha)
  • Schutzwürdige und gefährdete Feldgehölze (nicht FFH-LRT) <NBA0> (0,10 ha)
  • Schutzwürdige und gefährdete flächige Gebüsche und Baumgruppen <NBB0> (0,22 ha)
  • Ufergehölze <NBE0> (0,15 ha)
  • Sümpfe, Riede und Röhrichte <NCC0> (0,13 ha)
  • Mesophiles Wirtschaftsgrünland incl. Brachen <NE00> (0,95 ha)
  • Nass- und Feuchtgrünland incl. Brachen <NEC0> (5,62 ha)
  • Magergrünland incl. Brachen <NED0> (0,28 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (1,25 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (0,32 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (0,28 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,22 ha)
  • Bruchgebuesch <BB5> (0,24 ha)
  • Weiden-Ufergehoelz <BE1> (0,15 ha)
  • Kleinseggenried, Binsensumpf <CC0> (0,11 ha)
  • Bodensaures Kleinseggenried <CC1> (0,02 ha)
  • Fettwiese <EA0> (3,45 ha)
  • Fettwiese, Mittelgebirgsausbildung (Goldhaferwiese) <EA2> (2,15 ha)
  • Fettweide <EB0> (3,30 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <EC1> (0,62 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <EC2> (4,18 ha)
  • Magerweide <ED2> (0,22 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (0,83 ha)
  • brachgefallenes Magergruenland <EE4> (0,06 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <FM1> (0,19 ha)
  • Weihnachtsbaumkultur <HJ7> (0,10 ha)
  • Gewaesserbegleitender feuchter Saum bzw. linienf. Hochstaudenflur <KA2> (0,11 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Bruch-Weide Sa. (Salix fragilis agg.)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Faden-Binse (Juncus filiformis)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum)
  • Geflecktes Knabenkraut i.w.S. (Dactylorhiza maculata agg.)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Frauenmantel Sa. (Alchemilla vulgaris agg.)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Grosser Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Herbst-Loewenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleiner Klappertopf (Rhinanthus minor)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Moor-Labkraut (Galium uliginosum)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pillen-Segge (Carex pilulifera (subsp. pilulifera))
  • Quell-Sternmiere (Stellaria alsine)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Vierkantiges Weidenroeschen (Epilobium tetragonum)
  • Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
  • Weiches Honiggras (Holcus mollis (subsp. mollis))
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Knoeterich (Bistorta officinalis (subsp. officinalis))
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines überregional bedeutsamen Grünland-Talsystems mit ausgedehnten, artenreichen Lebensräumen des Feucht- und Nassgrünlandes, der Quellsümpfe sowie FFH-relevanten Lebensräumen (Goldhaferwiesen, Fließgewässer)Erhalt und Optimierung eines artenreichen, extensiv genutzten Grünland-Talschlusses im Rothaargebirge mit typischem Arten- und Biotopinventar wie quelligen Kleinseggenriedern, Feucht- und Nassweiden sowie randlich kleinflächigen Magerrasen und -weiden
Gefährdungen:
  • Beweidung empfindlicher Standorte (LW)
  • Beweidung ungeeigneter Standorte (LW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, zu intensiv (LW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Duengung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • keine Beweidung
  • keine Duengung
  • Vegetationskontrolle
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.