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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Buchenwaelder zwischen Ziegenberg und Langer Berg (HX-001)

Objektbezeichnung:

NSG Buchenwaelder zwischen Ziegenberg und Langer Berg

Kennung:

HX-001

Ort: Hoexter
Kreis: Hoexter
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 543,01 ha
Offizielle Fläche: 549,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1930
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20 LG NW insbesondere:

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften und
Lebensstaetten von seltenen und gefaehrdeten sowie der landschaftsraumtypischen
Tier- und Pflanzenarten innerhalb des Waldkomplexes einschliesslich der Geroellhalden,
Felsklippen, waermeliebenden Gebueschen, waermeliebenden Rasengesellschaften
und Saeumen.
Insbesondere sind in ihrer Vergesellschaftung schuetzenswert:

- Seggen-Buchenwaelder (Carici-Fagetum),
- Orchideen-Buchenwaelder (Elymo-Fagetum),
- Perlgras(Platterbsen)-Buchenwaelder (Lathyro-Fagetum/Melico-Fagetum),
- Waldmeister-Buchenwaelder (Asperulo-Fagetum),
- Schlehen-Liguster-Gebuesche (Pruno-Ligustretum),
- Waldreben-Schleiergesellschaften (Clematis vitalba-Gesellschaft),
- Mittelklee-Saeumen (Trifolion),
- Schwalbenwurz-Schuttfluren (Vincetoxicum-hirundinaria-Gesellschaft),
- Gesellschaft des Schmalblaettrigen Hohlzahnes (Galeopsietum-angustifoliae),
- Fels- und Mauerbewuchs,
- Rosskuemmel-Saeume (Calamintho-Laseretum-trilobi),
- Odermennig-Saeume (Trifolio-Agrimonietum eupatoriae),
- Blaugras-Halden (Epipactis atrorubens - Seslerietum),
- Kalkhalbtrockenrasen (Mesobromion),
- Blockhalden, Schutthalden, Felsklippen, Dolinen, Hoehlen, Schluchttaeler, Steilhaenge
und Quellen,

- Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und kulturgeschichtlichen
Gruenden und wegen der biogeographischen Bedeutung,
- Wegen der bedeutenden Bodendenkmale fuer den Bodendenkmalschutz,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit des Gebietes,
- Wegen der besonderen Bedeutung im landesweiten Biotopverbund als Verbundzentrum
und als Kerngebiet der Kulturlandschaft im Naturreservat "Triften und Waelder des oberen
Weserberglandes" und wegen seiner Zugehoerigkeit zum Waldbiotopschutzprogramm
des Landes NW,
- Aufgrund der Einstufung entsprechend der Richtlinie Nr. 92/43 EWG des Rates vom 21.05.1992
zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen
(FFH-Richtlinie), geaendert durch die Richtlinie 92/62/EG des Rates vom 27.10.1997 sowie
der Richtlinie Nr. 79/409/EWG vom 02.04.1979 (Vogelschutzrichtlinie),
- Wegen der Bedeutung des Gebietes als Bestandteil des FFH-Gebietes "Buchenwaelder der
Weserhaenge" (Natura 2000-Nr. DE-4222-301) fuer die Errichtung eines zusammenhaengenden
oekologischen Netzes besonderer Schutzgebiete in Europa,
- Zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensraeumen und Arten von gemeinschaftlichem Interesse
gemaess der FFH-Richtlinie oder Vogelschutzrichtlinie, insbesondere zur Erhaltung und
Entwicklung bzw. zum Schutz und zur Foerderung von

- typisch ausgebildetem Kalkmagerrasen (FFH-Code 6210 Trespen-Schwingel Kalktrockenrasen
als prioritaerer Lebensraum),
- von kalkhaltigen Schutthalden des Huegel- und Berglandes (FFH-Code 8160,
prioritaerer Lebensraum),
- von Schlucht- und Hangmischwaeldern (FFH-Code 9180, prioritaerer Lebensraum),
- von Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation (FFH-Code 8210),
- von naturnahen Buchenwaeldern (FFH-Code 9130, Waldmeister-Buchenwaeldern
und FFH-Code 9150 Orchideen-Kalk-Buchenwald),
- von naturnahen Eichen-Hainbuchenwaeldern (FFH-Code 9170, Labkraut-Eichen-
Hainbuchenwald),
- folgender Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:

, Hirschkaefer, Kammmolch, Rotmilan, Grauspecht, Schwarzspecht,
Wespenbussard, Braunes Langohr, Zauneidechse

Schutzziele des FFH-Gebietes "Buchenwaelder der Weserhaenge"

a) Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die fuer die Meldung des Gebietes ausschlaggebend sind

Schutzziele/Massnahmen fuer kalkhaltige Schutthalden des Huegel- und Berglandes (8160).

Erhaltung der naturnahen Kalkschutthalden und ihrer typischen Vegetation und Fauna durch

- Lenkung des Erholungsnutzungen (Klettern, Wandern, Mountainbiking) durch Reduzieren
oder Sperren von Wegen oder Trampelpfaden,
- Umbau von Nadelholzbestaenden in Laubholz in unmittelbarer Nachbarschaft zur Reduktion
des Eintrags von Nadelstreu und des Aufkommens von Nadelbaum-Jungpflanzen,
- Entnahme aufkommender Nadelgehoelze,
- Schutzziele/Massnahmen fuer Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation (8210),
- Erhaltung der natuerlichen Kalkfelsen und Entwicklung ihrer Felsspaltenvegetation und
typischen Fauna durch
- Verbot der Erholungsnutzung, vor allem des Kletterns, aber auch des Betretens der Felskoepfe,
- Umbau von unmittelbar angrenzenden Nadelholzbestaenden in bodenstaendigem Laubwald
zur Verhuetung von Versauerung durch Eintrag von Nadelstreu oder Aufkommen von Nadelgehoelzen.

Schutzziele/Massnahmen fuer Waldmeister-Buchenwald (9130), Orchideen-Kalk-Buchenwald (9150),
Schlucht- und Hangmischwaelder (9180) und typische gefaehrdete Vogelarten, wie z. B.
Schwarzspecht, Wespenbussard, Roter Milan und Grauspecht.

Erhaltung und Entwicklung naturnaher basenreicher, meist kraut- und geophytenreicher
Waldmeister-Buchenwaelder, Orchideen-Kalk-Buchenwaelder sowie Schlucht- und Hang-
mischwaelder in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standoertlichen
typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwaelder, Gebuesch- und Staudenfluren durch

- Foerderung der Naturnaehe durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausnutzung
der Naturverjuengung aus Arten der natuerlichen Waldgesellschaft und Foerderung von
Nebenbaumarten,
- Entwicklung alters- und strukturdiverser Bestaende mit einem dauerhaften und ausreichenden
Anteil von Alt- und Totholz, insbesondere von Grosshoehlen- und Uraltbaeumen als Lebensraum
fuer den Schwarzspecht, verschiedene Fledermausarten u. a. (beim Schluchtwald u. a. durch
Nutzungsaufgabe),
- Foerderung der natuerlichen Entwicklung von Vor- und Pionierwaldstadien auf Sukzessionsflaechen,
- Erhaltung und Entwicklung von Vorkommen besonders gefaehrdeter Tier- und Pflanzenarten,
- Vermehrung des Waldmeister-Buchenwaldes durch den Umbau von mit nicht bodenstaendigen
Gehoelzen bestandenen Flaechen vorrangig in Quellbereichen oder an Bachlaeufen und zur
Schaffung von Laubwaldkorridoren und zusammenhaengenden Laubwaldkomplexen,
- Erhaltung und Entwicklung von Vorkommen besonders gefaehrdeter Tier- und Pflanzenarten,
- Vermehrung des Orchideen-Buchenwaldes durch den Umbau von mit nicht bodenstaendigen
Gehoelzen bestandenen Flaechen.

Schutzziele/Massnahmen fuer Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (9170).

Erhaltung und Entwicklung naturnaher Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaelder in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standoertlichen typischen Variationsbreite, inklusive ihrer
Vorwaelder, Gebuesch- und Staudenfluren

- Foerderung der Naturnaehe durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausnutzung der
Naturverjuengung aus Arten der natuerlichen Waldgesellschaft und Foerderung von
Nebenbaumarten,
- Entwicklung alters- und strukturdiverser Bestaende - aus Artenschutzgruenden ggf. auch
aufgelichteter Bestaende - mit einem dauerhaften und ausreichenden Anteil von Alt- und Totholz,
insbesondere von Grosshoehlen- und Uraltbaeumen als Lebensraum fuer den Schwarzspecht,
verschiedene Fledermausarten u. a.
- bei Waeldern in Steilhanglagen nach Moeglichkeit Nutzungsaufgabe oder Einzelstammentnahme.
- Foerderung der natuerlichen Entwicklung von Vor- und Pionierwaldstadien auf Sukzessionsflaechen
sowie Nutzungsverzicht auf Teilflaechen und in Kernzonen.
- Erhaltung/Entwicklung artenreicher Waldmaentel und -saeume.
- Erhaltung und Entwicklung von Vorkommen besonders gefaehrdeter Tier- und Pflanzenarten.
- Vermehrung des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes durch den Umbau von mit nicht
bodenstaendigen Gehoelzen bestandenen Flaechen zur Schaffung von Laubwaldkorridoren
und zusammenhaengenden Laubwaldkomplexen.

Schutzziele/Massnahmen fuer den Hirschkaefer (Lucanus Cervus L.).

Schutz und Entwicklung des Hirschkaefervorkommens durch gruppenweise Erhaltung von Alt-Baeumen,
insbesondere Eichen daneben auch Buchen - als Brut-Habitate, vor allem an aeusseren und inneren,
waermegetoenten Bestandsraendern durch

- Vermeidung von Stubben-Rodung im Forst (Erhaltung von Brutstaendern als potentielle
Kaeferwiegen),
- Anlage von "Brutmeilern" z. B. aus Eichen-Haecksel, Volumen nicht unter 2 m³) als Ersatz-
Entwicklungshabitat der Engerlinge, im Sinne einer laengerfristigen Ueberbrueckungsmassnahme.

Schutzziele/Massnahmen fuer .

Erhaltung und Foerderung des -Vorkommens durch

- Geheimhaltung der Vorkommen.

b) Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die darueber hinaus fuer das Netz Natura 2000
bedeutsam sind und/oder fuer Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie

Schutzziele/Massnahmen fuer Trespen-Schwingel Kalktrockenrasen (6210).

Erhaltung und Entwicklung typisch ausgebildeter, kurzrasiger, lueckiger bis geschlossener
Kalkhalbtrockenrasen im Verbund mit thermophilen Saeumen und Gebueschen durch

- Vermeidung eutrophierender Einfluesse, ggf. Einrichtung von Pufferzonen,
- Beibehaltung/Einfuehrung einer extensiven Beweidung ohne Duengung,
- Vernetzung der isoliert liegenden Bereiche moeglichst durch Schafhute,
- ggf. Entfernung von Verbuschung und Untersagung von Aufforstungen,
- Vermeidung von Trittschaeden, ggf. Lenkung von Freizeitaktivitaeten,
- Schutzziele/Massnahmen fuer Kammmolch,
- Erhaltung und Foerderung der Kammmolch-Population durch
- Erhaltung und Entwicklung ihrer aquatischen und terrestrischen Lebensraeume insbesondere
der sonnenexponierten, tiefen, vegetationsreichen, permanenten oder spaet austrocknenden
Laichgewaesser, der umgebenden Gruenlandflaechen mit eingestreuten Hecken und Gehoelzen
als Sommerlebensraum sowie angrenzender Waldflaechen mit Stubben als Winterquartier,
- Vermeidung von Strukturveraenderungen im Gesamthabitat (keine Rodung von Gehoelzen
und Stubben) sowie Erhaltung der Foerderung einer extensiven Gruenlandnutzung,
- Erhalt und Entwicklung von Wanderstrukturen mit Verbindung zu den Laichgewaessern wie
Waldsaeume und andere bandfoermige Biotoptypen (Raine, Graeben, Hecken).

Neben dem Erhalt der waermeliebenden Pflanzengesellschaften ist das langfristige Ziel die Entwicklung eines Laubwaldgebietes mit den fuer die heimischen Laubwaldgesellschaften typischen Arten sowie die Überfuehrung der Altersklassenbestaende und der Nadelwaldflaechen in naturnahe Laubwaelder mit einem haeufigen Wechsel ihrer standoertlichen Variationen. Hierbei sind die Ansprueche von Eibe, Elsbeere, Sommerlinde, Wildapfel und Wildbirne zu beruecksichtigen. Insbesondere auf durch Schnee- und Eisbruch bzw. Windwurf gestoerten Bereichen ist eine natuerliche Sukzession zuzulassen. Der Anteil an Alt- und Totholz ist zu foerdern. Ausserdem die Entwicklung offener uneingeschraenkt besonnter Klippen- und Haldenbereiche fuer licht- und waermebeduerftige Tier- und Pflanzengesellschaften. Dies schliesst eine periodische Lichtstellung der Steilhangbereiche mit Felsklippen ein.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4221-502
  • BK-4222-004
  • BK-4222-020
  • BK-4222-041
  • BK-4222-903
Kennung:

BK-4222-903

Objektbezeichnung:

NSG Ziegenberg

Link zur Karte: BK-4222-903
Objektbeschreibung: Im Stadtwald Hoexter liegt ein suedlich exponierter Steilhang des Ziegenberges. Es handelt sich ueberwiegend um Orchideen-Buchenwald auf aeusserst flachgruendigen Rendzinen aus Muschelkalk mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten, von denen mehrere hier die Nordwest- oder Westgrenze ihres europaeischen Verbreitungsgebietes erreichen. Auffaellig ist der gute Bestand an bis zu 18 m hohen Eiben, die auch Naturverjuengung zeigen. Auf den oberflaechlich verlehmten, weniger flachgruendigen Kalkboeden im Oberhangbereich des Ziegenberges stockt auch Perlgras-Buchenwald. Aus den Waldungen des Gebietes ragen etwa im mittleren Teil die Rabenklippen empor. Diese sowie die unterhalb liegenden Schotterfluren sind z.T. besiedelt von Blaugrasrasen. Die Buchenbestaende stammen ueberwiegend noch aus der Aufforstungsperiode Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Teil entstand jedoch auch aus Pflanzungen, aus Stockausschlaegen, aus Kernwuchs und aus Naturverjuengung. Daher ist der Baumbestand oft ungleichaltrig. Das Bild des Waldes ist gepraegt durch einen einschichtigen Bestandsaufbau. Dabei besteht eine Beimischung weiterer Baumarten bis zu etwa 15%. Zu den Brutvoegeln gehoert der Schwarzspecht. In seinem Gefolge hat sich an dem unteren Ende des Schleifentales in Altbuchen eine Kolonie von Dohlen angesiedelt. Seit mindestens 50 Jahren befindet sich direkt suedlich des Rodeneckturmes ein Schlafplatz fuer Rabenkraehen und Dohlen, im Winter auch fuer Saatkraehen. Hier uebernachten nach Angaben von K.Preywisch bis zu 3000 Voegel. Der 1973 nachgewiesene Mohrenfalter (Erebia aethiops, RL 1) konnte in den vergangenen Jahren nicht mehr bestaetigt werden. Die in Westfalen seltene Bergzikade besiedelt allerdings nach wie vor das NSG (-> Beinlich 1997). Im Gebiet kommen Biotoptypen nach Par. 62 LG vor (siehe Rubrik Biotoptyp)
Kennung:

BK-4221-502

Objektbezeichnung:

Godelheimer Wald

Link zur Karte: BK-4221-502
Objektbeschreibung: Godelheimer Wald auf Mittel- und Lüdgeberg sowie auf Nordost- und Osthang des Brunsberges. Es handelt sich vorwiegend um älteren Orchideenbuchenwald, Frühlingsplatterbsen-Buchenwald sowie Waldmeister-Buchenwald mit eingestreuten Fichten-, Lärchen- oder Eschenmischwaldparzellen. Liegendes und stehendes Totholz ist vorhanden, jedoch nur mit geringen Anteilen. Der Boden ist lokal sehr skelettreich, örtlich finden sich kleinere anstehende Felsen oder größere Steine mit einer Vielzahl von Moosen des Ctenidion mollusci. Stellenweise, oft in Gräben, treten farnreiche Bestände mit Dryopteris carthusiana und Gymnocarpium dryopteris auf. Vereinzelt finden sich kleine Steinbrüche. Im Nord-Westen des Gebietes liegen liegen eine Vielzahl von Hügelgräbern in Nadelmischforsten mit Lärche, Buche und Kiefer. Im Westen liegt die Brunsberghütte, eine Schutzhütte, vor der der Startplatz der Drachenflieger ist.
Kennung:

BK-4222-004

Objektbezeichnung:

Buchenwaelder am Langen Berg

Link zur Karte: BK-4222-004
Objektbeschreibung: Der langgestreckte Kalkruecken weist sehr steile nach Suedwest und Nordost exponierte Flanken auf. Auf den meist flachgruendigen Muschelkalkboeden der Rendzina- Reihe stocken ueberwiegend Buchenbestaende unterschiedlichen Alters. Regelmaessig sind dort Hainbuchen und Eichen der Buche beigemischt. Vereinzelt sind kleinere Kalkfelsen anzutreffen. Der 'Langer Berg' zeigt die klassische Abfolge verschiedener Buchenwaldgesellschaften. Hervorzuheben ist der Orchideen-Buchenwald auf den steilen Haengen im Sueden, der das charakteristische Arteninventar an waermelibenden Pflanzen aufweist. Das Plateau sowie die weniger stark geneigten sued- und suedwestexponierten Hangbereiche sind von Waldhaargersten-Buchenwald bestanden. Die frischeren Hanglagen mit Nordost-Exposition werden von einer reichen Ausbildung des Waldmeister-Buchenwaldes eingenommen. Als Relikte ehemaliger Waldnutzungsformen sind im Gebiet noch vereinzelt Eichen-Hainbuchen-Bestaende anzutreffen, die aus Nieder- bzw. Mittelwaldnutzung hervorgegangen sind. Teilbereiche beider Talflanken sind mit Nadelgehoelzen (Fichte, Kiefer) aufgeforstet worden. Auf den potentiellen Standorten des Orchideen-Buchenwaldes waere ein Umbau in standortheimische Laubbaumbestaende wuenschenswert.
Kennung:

BK-4222-020

Objektbezeichnung:

Hoexterer Stadtforst am Brunsburg und der Wilhelmshoehe

Link zur Karte: BK-4222-020
Objektbeschreibung: Es handelt sich weitgehend um einen Perlgras-Buchenwald (Galio-odorati- und Hordelymo-Fagetum) im Stadtwald von Hoexter zwischen Ziegenberg und Brunsberg auf verhagerter Rendzina-Braunerde aus Muschelkalk und Buntsandstein (Roet). Eingestreut sind kleinflaechig Bergahorn-, Eschen-, Laerchen- und Kiefernparzellen. An steileren, suedexponierten Haengen ist auch Orchideen-Buchenwald - z.T. nur fragmentarisch - erkennbar. In diese Bestaende sind vereinzelt Blaugrashalden und primaere Kalkfelsen eingestreut. Die aelteren, meist einschichtigen Buchen-Waelder sind aus Kernwuchs entstanden. Die Strauchschicht ist nur lokal ausgebildet, an den Unterhaengen meist gut entwickelt. Die zum Teil artenreiche Krautschicht hat i.a. jedoch nur einen geringen bis maessigen Deckungsgrad. Am Nordost- sowie am Osthang des Brunsberges sind an einem steilen Felsabriss fragmentarisch noch die Ausbildung von Eschen-Ahorn-Schluchtwaeldern vorhanden. Auf der Kuppe des Brunsberges liegen die Reste einer alten angelsaechsischen Festungsanlage.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (17,00 ha)
  • Eichenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AB3> (1,97 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (16,12 ha)
  • Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AJ1> (31,57 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (2,75 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (5,92 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (23,70 ha)
  • Laerchenmischwald <AS1> (23,67 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,68 ha)
  • Kalksteinbruch <GC1> (3,11 ha)
  • Trockener (frischer) Saum bzw. linienf. Hochstaudenflur <KB0> (0,68 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (126,60 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAA2> (90,81 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <xAA4> (40,93 ha)
  • natuerlicher Kalkfels <xGA1> (1,13 ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <yAQ1> (3,40 ha)
  • Buchenwald <zAA0> (5,92 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <zAA2> (5,92 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <zAA4> (7,89 ha)
  • Orchideen-Buchenwald <zAA5> (99,23 ha)
  • Eschen-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <zAM4> (1,39 ha)
  • Ahorn-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <zAR2> (1,39 ha)
  • Kalkhalbtrockenrasen, Kalkmagerrasen <zDD0> (1,39 ha)
  • natuerlicher Kalkfels <zGA1> (2,75 ha)
  • natuerliche Kalk-Blockschutt- / Feinschutthalde <zGB1> (1,36 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aehrige Teufelskralle (Phyteuma spicatum)
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Astlose Graslilie (Anthericum liliago)
  • Bartlings Sommerwurz (Orobanche bartlingii)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Kronwicke (Coronilla coronata)
  • Berg-Segge (Carex montana)
  • Berg-Ulme (Ulmus glabra)
  • Berg-Weidenroeschen (Epilobium montanum)
  • Bergfenchel (Seseli libanotis (subsp. libanotis))
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)
  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Christophskraut (Actaea spicata)
  • Dorniger Schildfarn (Polystichum aculeatum)
  • Echter Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
  • Echtes Goldmoos (Varietaet) (Homalothecium lutescens var. fallax)
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Eibe (Taxus baccata)
  • Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris)
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Elsbeere (Sorbus torminalis)
  • Erd-Segge (Carex humilis)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Finger-Segge (Carex digitata)
  • Flachblaettriges Kahlfruchtmoos (Porella platyphylla)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fruehlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana)
  • Fruehlings-Platterbse (Lathyrus vernus)
  • Gedrehtfruechtiger Glockenhut (Encalypta streptocarpa)
  • Gekraeuseltes Spiralzahnmoos (Tortella tortuosa)
  • Gemeine Goldrute (Solidago virgaurea)
  • Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba)
  • Gemeiner Dost (Origanum vulgare)
  • Gemeiner Tuepfelfarn (Polypodium vulgare)
  • Gemeines Blaugras (Sesleria caerulea (subsp. caerulea))
  • Gewoehnliche Akelei (Aquilegia vulgaris agg.)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Glattes Neckermoos (Neckera complanata)
  • Grosse Haendelwurz (Gymnadenia conopsea)
  • Grosses Zweiblatt (Listera ovata)
  • Habichtskraut unbestimmt (Hieracium spec.)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Holz-Apfel (Malus sylvestris)
  • Kleinblaettrige Stendelwurz (Epipactis microphylla)
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria (subsp. eupatoria))
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Kratzbeere (Rubus caesius)
  • Leberbluemchen (Hepatica nobilis)
  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Maigloeckchen (Convallaria majalis)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Mauerraute (Asplenium ruta-muraria (subsp. ruta-muraria))
  • Nesselblaettrige Glockenblume (Campanula trachelium (subsp. trachelium))
  • Nestwurz (Neottia nidus-avis)
  • Oesterreichische Schwarz-Kiefer (Pinus nigra)
  • Pfirsichblaettrige Glockenblume (Campanula persicifolia (subsp. persicifolia))
  • Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)
  • Purpurblauer Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea)
  • Rauhhaarige Gaensekresse (Arabis hirsuta)
  • Rosskuemmel (Laser trilobum)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Rotes Waldvoegelein (Cephalanthera rubra)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Salomonssiegel. (Polygonatum odoratum)
  • Sanikel (Sanicula europaea)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettrige Acker-Hohlzahn (Galeopsis angustifolia)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Streifenfarn-Flachmoos (Homalia trichomanoides)
  • Teufelskralle unbestimmt (Phyteuma spec.)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Trauben-Trespe (Bromus racemosus)
  • Verstecktfruechtiges Spalthuetchen (Schistidium apocarpum)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Wald-Gerste (Hordelymus europaeus)
  • Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Knaeuelgras (Dactylis polygama)
  • Wald-Labkraut (Galium sylvaticum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weiches Kamm-Moos (Ctenidium molluscum)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria (subsp. hirundinaria))
  • Weisses Waldvoegelein (Cephalanthera damasonium)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wiesen-Schluesselblume (Primula veris (subsp. veris))
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
Tierarten:
  • Bergmolch (Triturus alpestris)
  • Bergsingzikade (Cicadetta montana)
  • Dohle (Corvus monedula)
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Gebaenderter Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris)
  • Grauspecht (Picus canus)
  • Hirschkaefer (Lucanus cervus)
  • Kammmolch (Triturus cristatus)
  • Kleinspecht (Dryobates minor)
  • Mittelspecht (Dendrocopos medius)
  • Mohrenfalter (Erebia aethiops)
  • Raufusskauz (Aegolius funereus)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schlingnatter (Coronella austriaca)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Tetropium gabrieli (Tetropium gabrieli)
  • Uhu (Bubo bubo)
  • Wespenbussard (Pernis apivorus)
Schutzziele: Erhalt und Pflege eines Orchideen-Buchenwaldes mit seinem
ueberaus reichen Tier- und PflanzeninventarSchutz und Erhalt von Kalk-Buchenwaldgesellschaften als Lebensraum für spezialisierte und typische Lebensgemeinschaften durch naturgemäße Waldbewirtschaftung. Umwandlung der Nadelholzbestände in standortgerechte Laubwälder unter Berücksichtigung der Ansprüche der Elsbeere. Förderung des Alt- und Totholzanteiles.Schutz, Erhalt und Entwicklung thermophiler WaldgesellschaftenErhalt und Optimierung von unterschiedlich ausgepraegten Buchenwaeldern mit ihren typischen Tier- und Pflanzengemeinschaften.
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Beseitigung alter Baeume
  • Freizeitaktivitaeten
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • kein Kahlschlag
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vegetationskontrolle
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