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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Karlsmoor (MI-023)

Objektbezeichnung:

NSG Karlsmoor

Kennung:

MI-023

Ort: Rahden
Kreis: Minden-Luebbecke
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 4,13 ha
Offizielle Fläche: 3,72 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1987
Inkraft: 2007
Außerkraft: 2027
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt

a) zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung landesweit bedeutsamer Lebensräume
und Lebensstätten seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypischer Tier- und
Pflanzenarten, insbesondere zur Erhaltung und Regeneration eines kleinflächigen Hoch-
moores. Das Moor wird geprägt durch eine sich regenerierende Moorfläche mit Torfmoos-
Zwergstrauchgesellschaften im Bereich ehemaliger Torfstiche und durch einen infolge von
Torfabgrabung entstandenen Moorsee sowie durch einen umgebenden Gehölzgürtel in
Form eines Eichen-Birkenwaldes unterschiedlicher Ausprägung und unterschiedlicher
Nässegrade. In diesem für den nordrhein-westfälischen Teil der Diepholzer Moorniederung
einmaligen Kleinmoor sind insbesondere folgende Lebensräume besonders zu schützen:
-degenerierte, renaturierungsfähige Hochmoorflächen
-Birkenbruchwald,
-Eichen-Birkenwald,
-Calluna-Heide,
-Moorsee,
-Feuchtgrünland,
-Eichen-Buchenwald.
In das Naturschutzgebiet einbezogen ist eine Feuchtgrünlandfläche in Süden des Gebietes und
ein Grünlandstreifen am Ostrand sowie ein Teil des südöstlich angrenzenden Eichen-Buchenwaldes.
Das Gebiet hat außerdem besondere Bedeutung als Lebensraum für Amphibien, Libellen und Wasser
vögel,

b) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gründen,

c) wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Gebietes.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3517-0057
Kennung:

BK-3517-0057

Objektbezeichnung:

NSG Karlsmoor

Link zur Karte: BK-3517-0057
Objektbeschreibung: Das NSG Karlsmoor liegt zwischen "Großem Diekfluss" und "Großer Aue" kurz vor deren Zusammenfluss westlich von Preussisch-Ströhen inmitten von Acker- und Grünland. Im Zentrum des Karlsmoores liegt eine torfmoosreiche Hochmoorrestfläche und ein naturnaher Teich mit Röhrichten und Uferhochstauden. Beide Flächen sind durch einen Damm mit Heidevegetation getrennt. Im Osten und Süden umgibt sie Birken-Moorwald und im Westen Birkenwald, der in der Krautschicht von Adlerfarn dominiert wird. Im Norden bildet ein kleiner Eichen-Buchenwald den Abschluß. Im Süden gehört eine nährstoffreiche Fettwiese zum NSG. Der Moorrest ist stark verbuscht mit jungen Moorbirken und Faulbaum, was auf gestörte Wasserverhältnisse hindeutet. Die Fläche ist trotzdem so nass, daß sie nicht betreten werden kann und stellt mit dem Teich und dem angrenzende Moorwald den wertvollsten Teil des NSGs da. Mit dem Vorkommen seltener und gefährdeter Pflanzengesellschaften und als Lebensraum für Vögel, Amphibien und Libellen hat das NSG eine große Bedeutung für die Region und ist wichtiger Teil im Biotopverbund.
Lebensraumtypen:
  • Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix <4010> (0,10 ha)
  • Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore <7120> (0,46 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (0,23 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,43 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,82 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (0,43 ha)
  • Moore (0,46 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,82 ha)
  • Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (0,10 ha)
Biotoptypen:
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (0,23 ha)
  • Birkenwald <AD0> (1,43 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <EA1> (0,70 ha)
  • Birken-Moorwald <yAD5> (0,43 ha)
  • Weiher (stetig) <yFB0> (0,82 ha)
  • Hoch-, Zwischenmoordegenerationsstadium <zCA4> (0,46 ha)
  • Calluna-Heide <zDA1> (0,10 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Herbst-Loewenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Moorbeere (Vaccinium uliginosum)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schmalblaettriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Steife Segge (Carex elata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Truegerisches Torfmoos (Sphagnum fallax)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt und Entwicklung der Moorrestfläche und Förderung des Moorwachstums. Erhalt des angrenzenden Waldes. Entwicklung der Fettwiese durch extensive Nutzung zu artenreichem Grünland
Gefährdungen:
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Entwaesserungsgraeben (LW)
  • Eutrophierung (LW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Entwaesserungsgraeben verfuellen, schliessen
  • Erhaltung der Gewaesser
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Vegetationskontrolle
  • Vermeidung Eutrophierung
  • Wiedervernaessung
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