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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Mittelweser (MI-024)

Objektbezeichnung:

NSG Mittelweser

Kennung:

MI-024

Ort: Petershagen
Kreis: Minden-Luebbecke
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 90,62 ha
Offizielle Fläche: 90,70 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1987
Inkraft: 2009
Außerkraft: 2029
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt

a) zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung landesweit bedeutsamer Lebensräume
und Lebensstätten seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzen-
arten, insbesondere zur Erhaltung, Entwicklung und Pflege eines im Sinne des Wasser- und
Wiesenvogelschutzes hergerichteten, großflächigen Stillgewässers mit seinen Randzonen
bestehend aus Weiden-Ufergebüschen, Erlen-Ufergehölzen, Hochstaudenfluren, extensiv
genutztem Grünland und ungenutzten Brachen. Weiterer Bestandteil des Naturschutzgebietes
sind funktional verbundene, flussbegleitende, auentypischen Feucht- und Nassweiden sowie
Grünlandbrachen der Weseraue.
Insbesondere ist das großflächige Stillgewässer, das durch naturnahe Uferstrukturen mit ausge-
prägten Flachufern, Halbinseln und Röhrichten, vegetationsfreien Flächen und Schwimmblattve-
getation sowie ornithologisch besonders bedeutsamen Inseln geprägt ist, besonders zu schützen
und zu fördern.
Aufgrund der Biotopstrukturen, der geografischen Lage und der extensiven Nutzung besitzt das Ge-
biet eine ganzjährige, besondere Bedeutung als Nahrungs-, Brut-, Mauser-, Rast-, Durchzugs- und
Überwinterungsgebiet vor allem für Wasser- und Wiesenvögel. Dabei hat das große Stillgewässer
eine besondere Funktion vor allem als Schlafplatz für nordische Gänse und Schwäne.
Die feuchten bis nassen Grünlandflächen zwischen Weser und Stillgewässer mit einzelnen Blänken
und Kleingewässern stellen einen wichtigen Nahrungsraum für die in der Umgebung brutenden
Weißstorche dar und sind Äsungsflächen fur Rallen und Entenvögel.
Der gut ausgebildete Biotopkomplex hat auch besondere Bedeutung als Lebensraum für seltene
und gefährdete Amphibien sowie für Pflanzen und für gefährdete Pflanzengesellschaften und ist
zudem wertvoll für Höhlenbrüter sowie Wasserinsekten;

b) zum besonderen Schutz und zur Entwicklung der Lebensräume für die folgenden im Gebiet als Teil-
bereich des Vogelschutzgebietes DE-3519-401 "Weseraue" vorkommenden Vogelarten, auf die sich
Art. 4 der Richtlinie 79/409/EWG des Rates über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogel-
schutz-Richtlinie) vom 02.04.1979 (AOl. EG Nr. L 3055. 1) bezieht:
zu nennen sind insbesondere folgende regelmäßig vorkommende Vogelarten:

- Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus),
- Flussuferläufer (Actitis hypoleucos),
- Spießente (Anas acuta),
- Löffelente (Anas clypeata),
- Krickente (Anas crecca),
- Pfeifente (Anas penelope),
- Stockente (Anas platyrhynchos),
- Knäkente (Anas querquedula),
- Schnatterente (Anas strepera),
- Graugans (Anser anser),
- Blässgans (Anser albifrons),
- Saatgans (Anser fabalis),
- Graureiher (Ardea cinerea),
- Tafelente (Aythya ferina),
- Reiherente (Aythya fuligula),
- Schellente (Bucephala clangula),
- Flussregenpfeifer (Charadrius dubius),
- Weißstorch (Ciconia ciconia),
- Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger),
- Zwergschwan (Cygnus columbianus bewicki)
- Singschwan (Cygnus cygnus),
- Blässralle (Fulica atra),
- Austernfischer (Haematopus ostralegus),
- Sturmmöwe (Larus canus),
- Heringsmöwe (Larus fuscus),
- Mantelmöwe (Larus marinus),
- Gänsesäger (Mergus merganser),
- Zwergsäger (Mergus serrator),
- Kampfläufer (Philomachus pugnax),
- Zwergtaucher (Podiceps ruficollis),
- Wasserralle (Rallus aquaticus),
- Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
- Flussseeschwalbe (Sterna hirundo),
- Bruchwasserläufer (Tringa glareola),
- Grünschenkel (Tringa nebularia),
- Waldwasserläufer (Tringa ochropus),
- Kiebitz (Vanellus vanellus).

c) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landeskundlichen Gründen;

d) wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Gebietes.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3519-901
Kennung:

BK-3519-901

Objektbezeichnung:

NSG-Mittelweser

Link zur Karte: BK-3519-901
Objektbeschreibung: Grosser Kiesabgrabungsteich in der Weseraue suedwestlich von Haevern. Nur an einigen Stellen stehen Weiden-Ufergehoelze, die aber teilweise weit in den Teich hineinragen. Die Schwimmblatt- vegetation des Wasserknoeterichs ist stellenweise sehr gut entwickelt. Die Ufer des Teiches sind flach. Der Kiesabbau wird im Westen des Teiches noch betrieben. Im Sueden, zwischen Teich und Weserdeich, befinden sich eine kleine Brachflaeche, das Kieswerk und eine Weidelgras-Weissklee-Weide. Im Westen und Nordosten des NSG liegen ackerbaulich genutzte Flaechen. 1989 wurde im Gruenland zwischen Deich und Weser eine Flutmude geschoben. Der anfallende Oberboden wurde in einen Teich des weiter noerdlich gelegenen Kiesgrubenkomplexes NSG Haeverner Marsch gekippt. Am suedlichen und westlichen Rand des NSG brueten (nach Steinhauer-Rupek, 1987) Schafstelze, Wiesenpieper und Dorngras- muecke. Oestlich des Kieswerkes befinden sich ein Kiebitzbrutplatz und ein bevorzugter Weissstorch-Nahrungsbiotop.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,94 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (0,94 ha)
  • Ufergehoelz <BE0> (0,94 ha)
  • Baumgruppe <BF2> (0,94 ha)
  • Fettweide <EB0> (23,60 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (4,72 ha)
  • Abgrabungsgewaesser <FG0> (37,75 ha)
  • Sand-, Kiesabgrabung <GD1> (9,44 ha)
  • Acker <HA0> (14,16 ha)
  • Gebaeude, Mauerwerk, Ruine <HN0> (0,94 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Breit-Wegerich (Plantago major)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echte Kamille (Matricaria recutita)
  • Echtes Hirtentaeschel (Capsella bursa-pastoris)
  • Einjaehriges Rispengras (Poa annua)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Geruchlose Kamille (Tripleurospermum perforatum)
  • Hopfenklee (Medicago lupulina)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Krauser Ampfer (Rumex crispus (subsp. crispus))
  • Kroeten-Binse (Juncus bufonius)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Sumpf-Weidenroeschen (Epilobium palustre)
  • Vogel-Knoeterich (Polygonum aviculare)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Weisser Gaensefuss (Chenopodium album)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Winden-Knoeterich (Fallopia convolvulus)
Tierarten:
  • Dorngrasmuecke (Sylvia communis)
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Haubentaucher (Podiceps cristatus)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Kreuzkroete (Bufo calamita)
  • Wasserfrosch-Komplex (Rana esculenta-Synklepton)
  • Weissstorch (Ciconia ciconia)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
  • Wiesenschafstelze (Motacilla flava)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines bedeutsamen Wasser- und
Wiesenvogel-Biotops
Gefährdungen:
  • Abbau Sand und Kies
  • Angelsport, Fischerei
  • Muellablagerung
  • Rekultivierung, unsachgemaess
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • Verfuellung
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Fischereiausuebung
  • Beseitigung von Muell
  • der Sukzession ueberlassen
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Gruenland anlegen, wiederherstellen
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Duengung
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