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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Kohbrink (MI-066)

Objektbezeichnung:

NSG Kohbrink

Kennung:

MI-066

Ort: Petershagen
Kreis: Minden-Luebbecke
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 84,26 ha
Offizielle Fläche: 85,90 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2005
Inkraft: 2005
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3619-0020
Kennung:

BK-3619-0020

Objektbezeichnung:

NSG Kohbrink

Link zur Karte: BK-3619-0020
Objektbeschreibung: Das NSG Kohbrink schließt am Südostrand südlich des Wanderparkplatzes an das NSG Heisterholz an. Das Gebiet ist reich strukturiert und weist im Nordteil einen gegliederten Offenlandbereich mit Glatthaferwiesen, Heckenzügen und Säumen bzw. Staudenfluren auf. Der zur nach Osten angrenzende Waldkomplex weist in einer Senke, die möglicherweise auch anthropogen durch Tonabgrabgung entstanden ist, einen Erlen- und Eichen-Sumpfwaldkomplex auf. Im Umfeld befinden sich mehrere naturnahe Kleingewässer, teil mit gut ausgebildeter Röhricht- und Wasservegetation. Zur Bundesstraße wird dieser Bereich durch einen naturnahen Bach begrenzt an den entlang der Straße in Richtung Süden ausgedehnte naturnahe, alt- und totholzreiche Eichen-Hainbuchenwälder anschließen, die im Südteil des Naturschutzgebietes ihre Fortsetzung im Wildnisgebiet Heisterholz 4 "Nordöstlich Kohbrink" bis zum Südwestrand des Gebietes entlang des Petersbaches finden. Die Eichen-Hainbuchenwälder stocken auf tonig-lehmigen Pseudogleyböden und sind auch in historischer Zeit immer mit Wald bestockt gewesen. Einen größeren Flächenanteil nehmen hier auch strukturreiche Kiefernbestände mit einem hohen Anteil bodenständiger Laubbäume (Stieleiche, Buche, Sandbirke, Hainbuche) ein. In geringerem Umfang sind im Gebiet auch jüngere Kiefern-, Fichten-, Lärchen- und Schwarzerlenbestände sowie Aufforstungen mit Stieleiche, Winterlinde, Hainbuche u.a. vorhanden. Der Südteil des NSG "Kohbrink" wird neben den schon beschriebenen naturnahen Eichen-Hainbuchenwäldern durch den Biotopkomplex einer ehemaligen Tonabgrabung mit naturnahen Kleingewässern, westlich "Schinkenkamp" bei Todtenhausen geprägt. Am westlichen Rand des Gebietes verläuft der mäandrierende, weitgehend naturnahe Petersbach in einem Sohlentälchen mit strukturreichen, alten Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwäldern. Östlich grenzen in höher gelegenen Bereichen weitere Altholzbestände wie der typische Waldmeister-Buchenwald und der Geißblatt-Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald an. Im Süden des Gebietes hat sich der "Petersbach" tief in die Terrassenkante der Weserniederung eingeschnitten und stellenweise eine tiefe Schlucht mit steilen Böschungen geschaffen. Auf der Sohle der Schlucht stockt ein gut ausgebildeter Traubenkirschen-Erlen-Eschen-Auenwald. Parallel zum Petersbach sind hier außerdem zwei Fettweiden und eine Grünlandbrache vorhanden. Im Zentrum des Gebietes befindet sich eine ehemalige Tonabgrabung mit mehreren Kleingewässern, ausgedehnten Laubholz-Aufforstungen und Sukzessionsflächen. Neben den gepflanzten Baumarten weisen die Aufforstungsbereiche teilweise auch eine dichte Naturverjüngung von Sandbirke u.a. auf. Ältere Sukzessionflächen werden von Reitgrasfluren eingenommen. Zwei großflächigere Abgrabungsgewässer im Norden des Abgrabungsgeländes weisen lokal Röhricht- und Schwimmblattvegetation mit Schwimmendem Laichkraut auf. In beiden Gewässern kommt der Gewöhnliche Wasserschlauch verbreitet vor. Im östlichen Gewässer gesellt sich eine großblättrige Armleuchteralgenart hinzu. Südlich davon befnden sich zwei ältere, naturnahe Kleingewässer, die von ausgedehnten Rohrkolben- und das westlich auch von Tannenwedel-Röhrichten gesäumt werden. Das NSG Kohbrink ist zusammen mit dem NSG Heisterholz ein Waldkomplex von internationaler Bedeutung mit höchster naturräumlicher Repräsentativität im Westfälischen Tiefland (Rhaden-Diepenauer Geest/Mittelweser), die insbesondere aufgrund der großflächig auf staunassen bzw. hydromorphen und historischen Waldstandorten stockenden Eichen-Hainbuchenwälder in gutem bis hervorragendem Erhaltungszustand besteht. Zusätzlich bestehen auf höher gelegenen sandigeren Standorten Übergänge zum Lebesnraumraumtyp Hainsimsen-Buchenwald. Es handelt sich insbesondere innerhalb der im Naturschutzgebiet ausgewiesenen Wildnisgebiete um alt- und totholzreiche Eichenwälder mit Bäumen in der Zerfallsphase, die ein Kernhabitat des im Naturraum seltenen Mittelspechtes darstellen und ebenfalls den Schwarzspecht beherbergen. Kennzeichnend sind höhlenreiche Baum- und Altbaumbestände, die dem Schwarzspecht, vor allem aber dem grössten Mittelspechtvorkommen des Kreises Minden-Lübbecke als Lebensraum dienen. Die Waldgebiete bilden zusammen mit den Kleingewässern bzw. den Gewässern des Abgrabungskomplexes ebenfalls einen bedeutenden Lebensraum für den Kammmolch. Großflächiger Wald-Trittsteinbiotop mit einem strukturreichen Habitatkomplex am Rand der Wesertalung bzw. im Naturraum Rhaden-Diepenauer Geest. Erhaltung naturnaher Eichen-Hainbuchenwälder durch Prüfung des vorhandenen Grabensystems auf entwässernde Wirkung (Kontrolle des Wasserhaushalts) im Naturschutzgebiet. Erhaltung und Förderung der vorhandenen Alt- und Totholzanteile. Umwandlung der kiefernbestockten Entwicklungsflächen der LRT 9160 in Lebensraumtypen durch die Bodenvegetation schonende Entnahme der Kiefer. Innerhalb der Wildnisgebiete sind die Wälder der natürlichern Entwicklungs zu überlassen.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • <> (0,92 ha)
  • Buchenwald <AA0> (2,18 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (2,67 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <AA4> (3,75 ha)
  • Eichenwald <AB0> (0,64 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (2,65 ha)
  • Nadelbaum-Eichenmischwald <AB5> (0,21 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <AB9> (23,16 ha)
  • Erlenwald <AC0> (1,87 ha)
  • Eichen-Birkenmischwald <AD1> (3,00 ha)
  • Nadelbaum-Birkenmischwald <AD3> (0,50 ha)
  • Sonstiger Laubmischwald gebietsfremder Arten (eine Art dominant) <AH1> (0,35 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (0,62 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (10,85 ha)
  • Eschenwald <AM0> (2,00 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (1,38 ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <AQ1> (6,73 ha)
  • Laerchenwald <AS0> (0,50 ha)
  • Kahlschlagflaeche <AT1> (0,17 ha)
  • Gehoelzarme Waldflaeche unbekannter Herkunft <AT5> (0,15 ha)
  • Hecke <BD0> (0,48 ha)
  • Fettwiese <EA0> (5,00 ha)
  • Fettweide <EB0> (0,85 ha)
  • brachgefallenes Fettgruenland <EE0a> (12,50 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,25 ha)
  • Quellbach <FM4> (0,00 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (0,00 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (2,56 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Armleuchteralge (Chara spec.)
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum)
  • Aufsteigende Gelb-Segge (Carex demissa)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Blasen-Segge (Carex vesicaria)
  • Blaugruene Segge (Carex flacca (subsp. flacca))
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Echtes Tausendgueldenkraut (Centaurium erythraea)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Einfacher Igelkolben (Sparganium emersum)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gamander-Ehrenpreis Sa. (Veronica chamaedrys)
  • Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum)
  • Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare (subsp. vulgare))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Wasserschlauch Sa. (Utricularia vulgaris agg.)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Gras-Sternmiere (Stellaria graminea)
  • Grosse Bibernelle (Pimpinella major)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gruene Teichbinse (Schoenoplectus lacustris)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Japanische Laerche (Larix kaempferi)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Roehrige Pferdesaat (Oenanthe fistulosa)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schoenes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Tannenwedel (Hippuris vulgaris)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Knaeuelgras (Dactylis polygama)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Wicke unbestimmt (Vicia spec.)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis)
  • Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Winter-Linde (Tilia cordata)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zierliches Tausendgueldenkraut (Centaurium pulchellum (subsp. pulchellum))
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
  • Zwerg-Laichkraut Sa. (Potamogeton pusillus agg.)
Tierarten:
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Grosser Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Wasserfrosch-Komplex (Rana esculenta-Synklepton)
  • Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Schutzziele: Erhaltung naturnaher Eichen-Hainbuchenwälder durch Prüfung des vorhandenen Grabensystems auf entwässernde Wirkung (Kontrolle des Wasserhaushalts) im Naturschutzgebiet. Erhaltung und Förderung der vorhandenen Alt- und Totholzanteile. Umwandlung der kiefernbestockten Entwicklungsflächen der LRT 9160 in Lebensraumtypen durch die Bodenvegetation schonende Entnahme der Kiefer. Innerhalb der Wildnisgebiete sind die Wälder der natürlichern Entwicklungs zu überlassen.
Gefährdungen:
  • Entnahme Altholz (FW)
  • Entwaesserungsgraeben (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • der natuerlichen Entwicklung ueberlassen
  • Entwaesserungsgraeben verfuellen, schliessen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhoehung des Laubholzanteils
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