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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Duwelssiepen (MK-086)

Objektbezeichnung:

NSG Duwelssiepen

Kennung:

MK-086

Ort: Meinerzhagen
Kreis: Maerkischer Kreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 8,59 ha
Offizielle Fläche: 8,59 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1996
Inkraft: 2001
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4811-0067
Kennung:

BK-4811-0067

Objektbezeichnung:

NSG Duwelssiepen

Link zur Karte: BK-4811-0067
Objektbeschreibung: Das NSG Duwelssiepen umfasst einen alten Eichen-Buchenwald am Westhang des Ebbegebirges in Meinerzhagen, westlich der A 45 gelegen, direkt benachbart zum Autobahnrastplatz "Duwelssiepen". Dieser westexponierte Hang bildet den westlichen Abschluss des zum größten Teil bewaldeten Ebbegebirges, das zum Südsauerländer Bergland gehört. Westlich schließt sich das durch Siedlung und Landwirtschaft geprägte stärker strukturierte Märkischen Oberland an. Nördlich der Siedlung Korbecke (Meinerzhagen) stockt der ca. 100 Jahre alte Eichen-Buchenwald, der mit vereinzelten Birken und Fichten durchsetzt ist. Die z.T. mehrstämmigen Buchen zeugen von ehemaliger Niederwaldwirtschaft. Die Strauchschicht wird von Ilex-Büschen bebildet, die z.T. eine Deckung von bis zu 25 % erreichen. In feuchten Bereichen finden sich Pfeiffengras-Bestände. Stehendes und liegendes Totholz sind vorhanden. Randliche Fichtenforste wurden durch den Sturm Kyrill stark aufgelichtet. Größere Windwurfflächen sind entstanden. Eine Windwurffläche im Osten, nahe der A 45 befindet sich auf quelligem Untergrund. Sie liegt im Quellbereich der Sichter, welche in dem unterhalb anschließenden Erlenwald entspringt. Zwischen den Baumstuken der abgeräumten Windwurffläche wachsen u. a. Igel-Segge, Flammender Hahnenfuß sowie Spitzblütige Binse zwischen aufkommender Erlen-Naturverjüngung. Eine aufgeforstete Bergahornparzelle am Hangfuß befindet sich in der Stangenholzklasse. Ein weiterer Quellbereich der Sichter befindet in einem pfeifengras- und torfmoosreichen Erlenbruchwald, der einen seitlichen Zulauf zur Sichter bildet. Der Bachlauf bildet ein kleines Kerbtal aus. Diese Zuläufe zur Sichter fließen im Westen aus dem NSG Duwelssiepen heraus und in das NSG Sichtertalräume, das sich direkt anschließt, hinein. Die Gewässer führen im Sommer nur wenig Wasser. Im Bachbett sind die Moosarten Scapania undulata und Pellia zu finden. Der Eisenhutblättrige Hahnenfuß ist ebenfalls gewässerbegleitend vertreten. Laub und kleines Astwerk bedecken die Gewässersohle. Das Gebiet zeichnet sich durch den alten Laubwaldbestand aus, der - nur durch die BAB 45 vom übrigen Ebbegebirge abgeschnitten - zum Waldkomplex Ebbegebirge/Ebbemoore gehört. In diesem Zusammenhang hat das Gebiet überregionale Bedeutung, nicht zuletzt auch durch das Vorkommen des Eisenhutblättrigen Hahnenfuß, eines Glazialreliktes mit einem Verbreitungsschwerpunkt im Großraum Ebbegebirge. Die Hauptentwicklungsziele für das Gebiet sind die Förderung eines bodenständigen Gehölzbestandes. Die Windwurfflächen sollten mit bodenständigen Gehölzarten aufgeforstet werden. Hierbei ist besonders auf die quelligen Standorte unterhalb der Autobahn zu achten. Die strukturelle Vielfalt des Buchenwaldes soll durch naturnahen Waldbau gefördert werden. Hierbei ist besonders auf den Verbleib von Alt- und Totholz im Gebiet zu achten. Die Nadelholzfläche ist in einen bodenständigen Gehölzbestand umzubestocken. Der Hang wird von Mounten-Bikern genutzt, die abseits der Wege Geländefahrten durchführen. Eine Verlegung der Mountainbike-Route außerhalb der Naturschutzgebietsgrenze ist anzustreben.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <> (2,08 ha)
  • Fließgewässer mit Unterwasservegetation <3260> (0,03 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald <9110> (5,47 ha)
  • Sumpf-, Moor- und Bruchwälder <NAC0> (0,16 ha)
  • Auenwälder <NAX0> (0,88 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (5,47 ha)
  • Erlen-Bruchwald <AC4> (0,16 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <AC5> (0,88 ha)
  • Sonstiger Laubwald aus einer einheimischen Laubbaumart <AG0> (0,23 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (1,13 ha)
  • Windwurfflaeche <AT2> (0,72 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <FM1> (0,03 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Bach-Spatenmoos (Scapania undulata)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Brennender Hahnefuss (Sa.) (Ranunculus flammula agg.)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Dornfarn Sa. (Dryopteris carthusiana agg.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Eisenhut-Hahnenfuss (Ranunculus aconitifolius)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Pellia unbestimmt (Pellia spec.)
  • Pfeifengras Sa. (Molinia caerulea agg.)
  • Rasen-Schmiele Sa. (Deschampsia cespitosa agg.)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Siebenstern (Trientalis europaea)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Trauben-Eiche (Sa.) (Quercus petraea agg.)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
Tierarten:
  • Waldlaubsaenger (Phylloscopus sibilatrix)
Schutzziele: Erhaltung eines naturnahen Buchenwaldkomplexes als Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere. Erhaltung eines naturnahen Quellbereiches und Bachlaufes.
Gefährdungen:
  • Entnahme Altholz (FW)
  • Entnahme Totholz (FW)
Maßnahmen:
  • Aufforstung mit bodenstaendigen Gehoelzen
  • Umwandlung von Nadelwald in bodenstaendigen Wald
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