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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Hoehle Halver Huelloch (MK-136)

Objektbezeichnung:

NSG Hoehle Halver Huelloch

Kennung:

MK-136

Ort: Halver
Kreis: Maerkischer Kreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 6,60 ha
Offizielle Fläche: 6,60 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 2004
Inkraft: 2004
Außerkraft: 2024
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt

1. Zur Erhaltung
a)einer regional und ueberregional bedeutsamen, gut erhaltenen Hoehle einschliesslich ihrer
mikroklimatischen Verhaeltnisse, ihres Wasserhaushalts und ihrer Hoehlengewaesser als
Lebensraum spezialisierter, hoehlenbewohnender Arten sowie als Winterquartier fuer
Fledermaeuse, Amphibien und Insekten,
b)des Lebensraumtyps "nicht touristisch erschlossene Hoehlen" (8310), der im Anhang I der
FFH-Richtlinie aufgefuehrt ist, sowie des Vorkommens des Grossen Mausohrs (Myotis myotis),
einer Art des Anhangs II der FFH-Richtlinie,
2. Zur Erhaltung und Wiederherstellung
eines regional bedeutsamen naturnahen Buchenwaldes als Lebensraum seltener und land-
schaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten und zum Schutz der im Untergrund befindlichen
Karsthoehle,
3. Zur Sicherung eines bedeutsamen, in einer Kalklinse des unteren Mitteldevons entstandenen
Hoehlensystems mit einer Kombination natuerlicher sowie bergmaennisch angelegter und
erweiterter Hoehlenraume als Zeugnis der Erdgeschichte und des historischen Bergbaus
sowie als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung,
4. Wegen der Seltenheit und besonderen Eigenart dieses Hoehlensystems mit seinem Tropf-
steinschmuck, von dem besonders die zahlreichen roten Tropfsteine sowie die Excentriques-
Bildungen herausragen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4710-0042
  • BK-4710-037
Kennung:

BK-4710-0042

Objektbezeichnung:

NSG Höhle Halver Hülloch - Höhlenumfeld (FFH-Gebiet)

Link zur Karte: BK-4710-0042
Objektbeschreibung: Nordwestlich von Halver liegt in einem kleineren, alten Buchenwald die Höhle des Halver Hüllochs. Der mit einer Eisenblech-Hütte überbaute Höhleneingang befindet sich in einer fast vollständig mit altem Waldmeister-Buchenwald eingewachsenen Abgrabung. Lediglich am Ostrand der Abgrabung besteht noch eine etwa 5 m hohe Felswand. Zur Hüttentür führt ein Trampelpfad, in die Tür wurde ein Loch von etwa 12 cm Durchmesser als Fledermaus-Einflugmöglichkeit geschweißt. Das mehretagige, verzweigte Höhlensystem des Halver Hüllochs stellt eine Kombination natürlicher und bergmännisch angelegter bzw. erweiterter Hohlräume dar. Ein erst vor relativ kurzer Zeit endeckter Höhlenteil weist einen bemerkenswerten Tropfsteinschmuck auf. Die einer Kalklinse des Mitteldevons folgende Höhle führt z.T. Wasser (u.a. Höhlengewässer). Das Halver Hülloch ist aus faunistischer Sicht (Winterquartier für Fledermäuse mit Nachweisen von vier Arten, Vorkommen mehrerer auf Höhlen und Höhlengewässer spezialisierter Wirbellosenarten) eine der bedeutendsten Höhlen im Naturraum und daher ein wichtiger Trittstein im westfälischen Biotopverbundnetz von Höhlenlebensräumen.
Kennung:

BK-4710-037

Objektbezeichnung:

NSG Höhle Halver Hülloch - Wälder um das FFH-Gebiet (siehe unter Bemerkungen!)

Link zur Karte: BK-4710-037
Objektbeschreibung: Auf der Bergkuppe und dem Hang des Huelloch stockt auf kalkhaltigem Lehm ein Buchenaltholzbestand. Neben ca. 20 m hohen Rotbuchen sind in der Baumschicht Fichten und Eschen vertreten. Die Buchen erreichen eine Brusthoehendurchmesser (BHD) bis 0,6 m, einzelne Exemplare bis 0,8 m. Besonders im westlichen Teil ist eine starke Schichtung des Bestandes vorhanden. Die Naturverjuengung der Buche ist gut, so dass sich eine zu 40% deckende Strauchschicht ausgebildet hat. In ihr sind Holunder, Ahorn, Esche und Eberesche vertreten. In der zu 90% deckenden und durchaus artenreichen Krautschicht dominieren Hexenkraut und stellenweise Waldmeister. Neben aufgelichteten Stellen, die von einer ueppigeren Kraut- und stellenweise auch Strauchschicht gekennzeichnet sind, gibt es auch vegetationsarme Bereiche. Im oestlichen Teil des Bestandes sind hingegen einzelne Eichen eingestreut. Einige Gehoelze weisen Rindenschaeden (abgeplatzt an den Wurzelhaelsen) auf, sie befinden sich meist in Naehe der Siedlungsflaechen. In der weiter suedlich liegenden Fichtenparzelle befinden sich zwei alte abgestellte und vollkommen verrostete Autos. In das Zentrum der Flaeche ragt zungenfoermig eine von Westen ca. 10 m tief in den Huegel getriebene Senke hinein. An ihrem oestlichen Rand befinden sich schuetter bewachsene Klippen neben steilen Lehmabhaengen. Hier rutscht der Boden nach, so dass die Klippen ueberlagert sind. Die Felsklippen ragen bis zu 5 m empor, sie sind nur schuetter ueberwachsen. Am Fusse des Ostabhanges befindet sich der Eingang zu einer Hoehle (ND), der jedoch durch einen maechtigen Stahlaufbau voellig unpassierbar gemacht wurde. In die Tuer wurde ein ca.15 cm grosses Loch geschweisst, welches nur fuer kleinere Fledermausarten, wenn ueberhaupt, passierbar ist. Ueberwinterungswillige Amphibien koennen nicht in die Hoehle gelangen. Im Norden grenzen weitere Buchenbestaende, eine kleinflaechige Weihnachtsbaumkultur und eine Fichtenschonung an den Bestand. Sie sind als Pufferflaechen zu verstehen und mittel- bis langfristig in einen naturnahen Zustand zu ueberfuehren. Im Gebiet kommen folgende Paragraph 20c-Biotoptypen vor: - Hoehlen und Stollen (GE).
Lebensraumtypen:
  • Nicht touristisch erschlossene Hoehlen <8310> (0,00 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) <9130> (0,19 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (4,29 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (1,92 ha)
  • Steinbruch <GC0> (0,01 ha)
  • Hoehlen und Stollen <GE0> (0,19 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (0,19 ha)
  • Hoehle <xGE1> (0,00 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Fichte (Picea abies)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnlicher Hohlzahn (Galeopsis tetrahit)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Kriechender Arznei-Baldrian (Valeriana excelsa subsp. excelsa)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Trauben-Holunder (Sambucus racemosa)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)
  • Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
  • Braunes Langohr (Plecotus auritus)
  • Buchfink (Fringilla coelebs)
  • Buntspecht (Dendrocopos major)
  • Gefleckte Schuesselschnecke (Discus rotundatus)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Grosse Bartfledermaus (Myotis brandtii)
  • Grosses Mausohr (Myotis myotis)
  • Kleiber (Sitta europaea)
  • Kohlmeise (Parus major)
  • Niphargus schellenbergi (Niphargus schellenbergi)
  • Roetliche Glanzschnecke (Aegopinella nitidula)
  • Rote Wegschnecke (Arion rufus)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Singdrossel (Turdus philomelos)
  • Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
  • Weidenmeise (Parus montanus)
  • Zaunkoenig (Troglodytes troglodytes)
Schutzziele: Sicherung natürlicher Höhlen und ihres naturnahen Umfelds als Lebensraum u.a. für Fledermausarten der FFH-Richtlinie und für höhlenspezialiserte Wirbellosenarten unter tiergerechter Umgestaltung des HöhleneingangsSicherung und Entwicklung einer aelteren Buchenwaldparzelle
samt angrenzender Waldbestaende als Pufferzone
innerhalb der Feldflur und Erhalt einer Karsthoehle im Untergrund
sowie Abgrenzung des Deckgebirges ueber der Hoehle
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • Muellablagerung
  • Muellablagerung, Hausmuell
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
  • Verhinderung der Entwicklung gebietstyp. Lebensgemeinschaften
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von baulichen Anlagen
  • Beseitigung von Muell
  • Betretungsverbot
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • kein Kahlschlag
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • NSG-Ausweisung / vertragliche Regelung
  • Totholz erhalten
  • Wiederherstellung von Biotopen
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