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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Albaumer Klippen (OE-016)

Objektbezeichnung:

NSG Albaumer Klippen

Kennung:

OE-016

Ort: Kirchhundem
Kreis: Olpe
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 17,07 ha
Offizielle Fläche: 17,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1981
Inkraft: 2004
Außerkraft: 2024
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt
1. Zur Erhaltung, Herstellung und Wiederherstellung,

a) Ueberregional bedeutsamer Biotope seltener und gefaehrdeter sowie landschaftsraum-
typischer Tier- und Pflanzenarten innerhalb der Silikatfelsen mit ihrer Felsspaltenvegetation
sowie den Hangmischwaeldern. In ihrer natuerlichen Vergesellschaftung sind insbesondere
zu schuetzen:
- Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation,
- eichenreiche Hangmischwaelder,

b) Von Lebensraeumen und Vorkommen der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, die in den
Anhaengen I und II der FFH-Richtlinie aufgefuehrt sind. Soweit Lebensraeume oder Arten
bedroht sind und ihre Erhaltung von besonderer Bedeutung ist, sind sie als prioritaer eingestuft.
Hierbei handelt es sich um folgende Biotope gemaess Anhang I der FFH-Richtlinie:
- Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation (8220, prioritaerer Lebensraum),
- Schlucht- und Hangmischwaelder (9180, prioritaerer Lebensraum),

c) Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden,

d) Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit des Gebietes.

Das ueber die Geltungsdauer dieser Verordnung hinausgehende langfristige Ziel fuer die Waldf-
laechen ist die Entwicklung oder Wiederherstellung eines Laubwaldgebietes mit den fuer den
Naturraum typischen natuerlichen Waldgesellschaften in ihren verschiedenen Entwicklungs-
stadien, einschliesslich der Alt- und Totholzphase und ihrer natuerlichen Strukturvielfalt. Die Natur-
verjuengung von Gehoelzarten der angestrebten Waldgesellschaften soll Vorrang vor der Pflanzung
haben und entsprechend unterstuetzt werden.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4914-0082
Kennung:

BK-4914-0082

Objektbezeichnung:

NSG Albaumer Klippen

Link zur Karte: BK-4914-0082
Objektbeschreibung: NSG Albaumer Klippen mit Felsrippen und typischer Felsenvegetation sowie strukturreicher Eichenwälder östlich Albaum. Das NSG Albaumer Klippen wird von einer etwa 750 m langen Felsrippe aus Keratophyrfelsen geprägt. Die Klippen ziehen sich senkrecht zu den Höhenlinien über die gesamte Bergflanke und beherbergen neben dem Nördlichen und Braunstieligen Streifenfarn nach Koppe (1974) eine bemerkenswerte Flechten- und Moosvegetation. Auf der Südseite sind den Klippen bis zu 50 m breite Blockfelder vorgelagert, einzelne Felsblöcke reichen bis in die angrenzenden Waldbestände hinein. Auf der Nordseite misst die Breite der Blockschutthalde ca. 20 m. Die von mehreren Trampelpfaden gequerten Klippen sind mit einem überwiegend aus Birken und Eichen aufgebauten Krüppelwald bestanden, vereinzelt sind ältere Buchen eingesprengt. Eichenwälder verschiedenster Ausprägung bilden die Umgebung der Klippen, wobei auf der Südseite mehr Buchen-Eichenwälder und auf der Nordseite mehr Birken-Eichenwälder vorherrschen, teilweise sind auch kleinere Fichtenparzellen vorhanden. Im Westen wird das Gebiet von einer Stromleitungstrasse gequert, unter der sich eine Schlagflurvegetation angesiedelt hat. Angabe der Moosarten nach Koppe (1974). Es handelt sich um einen regional wertvollen natürlichen Felskomplex als Refugial- und Trittsteinbiotop für Felsen-Lebensgemeinschaften mit dem Vorkommen mehrerer Rote-Liste-Pflanzenarten. Die Biotopfläche gehört zum Biotopverbund des Hundembaches mit Quell-, Nebenbächen und Hangwäldern. Wichtige Maßnahme ist der Schutz des gesamten Felsenbereiches und der umgebenden Laubwälder vor zu starker Freizeitnutzung und vor Aufforstung mit Fichten.
Lebensraumtypen:
  • Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation <8220> (0,28 ha)
  • Schlucht- und Hangmischwaelder Tilio-Acerion <9180> (5,92 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (8,97 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • natuerl. Felsen, offene natuerl. Block-, Schutt-, Geroellhalden (0,28 ha)
  • Schlucht-, Blockhalden-, Hangschuttwaelder (5,92 ha)
Biotoptypen:
  • Eichenwald <AB0> (5,10 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (1,30 ha)
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (2,57 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (0,70 ha)
  • Schlagflur <AT0> (0,90 ha)
  • Aufforstung <AU0> (0,30 ha)
  • Eichen-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <yAB8> (5,92 ha)
  • natuerlicher Silikatfels <zGA2> (0,28 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Andreaea rupestris (Andreaea rupestris)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Kissenmoos (Grimmia montana)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Bogiges Krummstielmoos (Campylopus flexuosus)
  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreilappiges Peitschenmoos (Bazzania trilobata)
  • Echtes Apfelmoos (Bartramia pomiformis)
  • Echtes Herbstlebermoos (Jamesoniella autumnalis)
  • Eiche (Quercus spec.)
  • Fichte (Picea abies)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gemeine Goldrute (Solidago virgaurea)
  • Gemeiner Tuepfelfarn Sa. (Polypodium vulgare agg.)
  • Gewelltes Plattmoos (Plagiothecium undulatum)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Gewoehnliches Bart-Spitzmoos (Barbilophozia barbata)
  • Gewoehnliches Scheibenblattmoos (Nardia scalaris)
  • Glaenzendes Plattmoos (Plagiothecium laetum)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Habichtskraut unbestimmt (Hieracium spec.)
  • Hain-Plattmoos (Plagiothecium nemorale)
  • Hain-Spatenmoos (Scapania nemorea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Harrblatt-Kissenmoos (Grimmia trichophylla)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella subsp. acetosella)
  • Kleines-Berg-Kurzbuechsenmoos (Brachythecium reflexum)
  • Lanblaettriger Weissgabelzahn (Paraleucobryum longifolium)
  • Linelablaettriges Geradzahnmoos (Orthodontium lineare)
  • Maigloeckchen (Convallaria majalis)
  • Michauxs Kahnblattmoos (Anastrophyllum michauxii)
  • Nacktes Schlitzkelchmoos (Odontoschisma denudatum)
  • Nees Bartkelchmoos (Calypogeia neesiana)
  • Noerdlicher Streifenfarn (Asplenium septentrionale (subsp. septentrionale))
  • Plagiothecium laetum var. curvifolium (Plagiothecium laetum var. curvifolium)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schlankes Bart-Spitzmoos (Barbilophozia attenuata)
  • Schoenes Federchenmoos (Ptilidium pulcherrimum)
  • Schoenes Johanniskraut (Hypericum pulchrum)
  • Schoenes Kranzmoos (Rhytidiadelphus loreus)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Straffblaettriges Apfelmoos (Bartramia ithyphylla)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Ungleichaestige Zackenmuetze (Racomitrium heterostichum)
  • Vielfruechtiger Hundszahn (Cynodontium polycarpum)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)
  • Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea)
  • Wald-Rispengras (Poa chaixii)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Zerbrechliches Krummstielmoos (Campylopus fragilis)
  • Zottige Zackenmuetze (Racomitrium lanuginosum)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung einer markanten Felsenformation mit Vorkommen von gefährdeten Pflanzenarten, Erhaltung von strukturreichen Eichenwäldern, Wiederaufnahme der Niederwaldnutzung
Gefährdungen:
  • Beschattung, zu stark
  • Hochspannungsleitung
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • Niederwald abschnittsweise auf den Stock setzen
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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