Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Sellenbruch (OE-003)

Objektbezeichnung:

NSG Sellenbruch

Kennung:

OE-003

Ort: Kirchhundem
Kreis: Olpe
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 17,01 ha
Offizielle Fläche: 17,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1942
Inkraft: 2004
Außerkraft: 2024
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4914-0144
  • BK-OE-00022
Kennung:

BK-OE-00022

Objektbezeichnung:

NSG Sellenbruch

Link zur Karte: BK-OE-00022
Objektbeschreibung: Südlich Silberg liegt in einer Höhenlage von rund 500 m über NN das NSG Sellenbruch, ein von Fichtenforsten und Birken- Feucht- und Bruchwäldern geprägtes Waldschutzgebiet im Quellgebiet des Schladesiepen, einem Seitenbach des Silberbaches. Die vorwiegend nordost-exponierte, sanft geneigte Hangzone des Sellenbruches wird von Sickerquellen durchsetzt und von naturnahen Quellbachen durchzogen. In den Quellräumen und entlang der Quellrinnsale stehen lokal torfmoosreiche Erlen-Feuchtwäldchen. Westlich eines das Schutzgebiet in Nord-Süd-Richtung durchschneidenden asphaltierten Weges stockt großflächig auf sickerquelligem Standort ein Birken-Bruchwald, lokal durchsetzt mit Roterlen. Der Bestand weist geringes Baumholz auf. Östlich der Straße ist ein ausgedehnter, lichter und pfeifengrasreicher Birken(feucht)wald ausgebildet.. In den Randzonen des Schutzgebietes dominieren Fichtenforste, ergänzt durch ein kleines Bruchgebüsch. Der Birkenbruchwald und die Erlen-Quell- und Auenwäldchen sind die herausragenden Wald-Lebensräume oligotraphenter Prägung im NSG Sellenbruch. Das Schutzgebiet ist berühmt wegen des Vorkommens des Königsfarns. Die ausgedehnten Beständes von Osmunda regalis sowohl im Birkenbruchwald westlich als auch im Pfeifengras-Birkenwald östlich der Straße sind größter Konzentrationsraum dieser Art in Nordrhein-Westfalen und wohl auch in Deutschland. Weitere gebietstypische gefährdete Pflanzenarten sind Hirse-Segge, Kleines Helmkraut, Scheiden-Wollgras, Schnabel-Segge, Stern-Segge und Sumpf-Veilchen. Vegetationskundlich-standörtlich bemerkenswert ist auch das Vorkommen von Seidelbast im Bereich der sickerquelligen Nassstandorte. Der Sellenbruch ist zentraler und landesweit bedeutender Kern- und Refugialbiotop innerhalb des FFH-Schutzgebietes Dollenbruch, Sellenbruch und Silberbachoberlauf. Er ist Kristallisationspunkt im Königsfarn-Konzentrationsraumes um Silberg hier am Südwestrand des Rothaargebirges. Die Sicherung des Landschaftswasserhaushaltes, die Behandlung der naturnahen Feucht- und Nasswälder als Nichtwirtschaftswald und der standortschonende Umbau der Fichtenwälder sind Basis einer nachhaltigen Schutzstrategie.
Kennung:

BK-4914-0144

Objektbezeichnung:

NSG Sellenbruch

Link zur Karte: BK-4914-0144
Objektbeschreibung: Südlich Silberg liegt in einer Höhenlage von rund 500 m über NN das NSG Sellenbruch, ein von Fichtenforsten und Birken- Feucht- und Bruchwäldern geprägtes Waldschutzgebiet im Quellgebiet des Schladesiepen, einem Seitenbach des Silberbaches. Die vorwiegend nordost-exponierte, sanft geneigte Hangzone des Sellenbruches wird von Sickerquellen durchsetzt und von naturnahen Quellbachen durchzogen. In den Quellräumen und entlang der Quellrinnsale stehen lokal torfmoosreiche Erlen-Feuchtwäldchen. Westlich eines das Schutzgebiet in Nord-Süd-Richtung durchschneidenden asphaltierten Weges stockt großflächig auf sickerquelligem Standort ein Birken-Bruchwald, lokal durchsetzt mit Roterlen. Der Bestand weist geringes Baumholz auf. Östlich der Straße ist ein ausgedehnter, lichter und pfeifengrasreicher Birken(feucht)wald ausgebildet.. In den Randzonen des Schutzgebietes dominieren Fichtenforste, ergänzt durch ein kleines Bruchgebüsch. Der Birkenbruchwald und die Erlen-Quell- und Auenwäldchen sind die herausragenden Wald-Lebensräume oligotraphenter Prägung im NSG Sellenbruch. Das Schutzgebiet ist berühmt wegen des Vorkommens des Königsfarns. Die ausgedehnten Beständes von Osmunda regalis sowohl im Birkenbruchwald westlich als auch im Pfeifengras-Birkenwald östlich der Straße sind größter Konzentrationsraum dieser Art in Nordrhein-Westfalen und wohl auch in Deutschland. Weitere gebietstypische gefährdete Pflanzenarten sind Hirse-Segge, Kleines Helmkraut, Scheiden-Wollgras, Schnabel-Segge, Stern-Segge und Sumpf-Veilchen. Vegetationskundlich-standörtlich bemerkenswert ist auch das Vorkommen von Seidelbast im Bereich der sickerquelligen Nassstandorte. Der Sellenbruch ist zentraler und landesweit bedeutender Kern- und Refugialbiotop innerhalb des FFH-Schutzgebietes Dollenbruch, Sellenbruch und Silberbachoberlauf. Er ist Kristallisationspunkt im Königsfarn-Konzentrationsraumes um Silberg hier am Südwestrand des Rothaargebirges. Die Sicherung des Landschaftswasserhaushaltes, die Behandlung der naturnahen Feucht- und Nasswälder als Nichtwirtschaftswald und der standortschonende Umbau der Fichtenwälder sind Basis einer nachhaltigen Schutzstrategie.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <> (9,83 ha)
  • Moorwälder <91D0> (3,17 ha)
  • Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder <91E0> (1,29 ha)
  • kein LRT <kein LRT> (9,83 ha)
  • Laubwälder ausserhalb von Sonderstandorten <NA00> (9,34 ha)
  • Sumpf-, Moor- und Bruchwälder <NAC0> (0,29 ha)
  • Quellbereiche <NFK0> (0,09 ha)
  • Fließgewässer <NFM0> (0,32 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (0,60 ha)
  • Eichenwald <AB0> (1,00 ha)
  • Erlenwald <AC0> (0,73 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <AC5> (0,64 ha)
  • Birkenwald <AD0> (9,32 ha)
  • Birken-Moorwald <AD5> (1,58 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (19,20 ha)
  • Gebuesche und Strauchgruppen mit vorwiegend heimischen Straucharten <BB11> (0,10 ha)
  • Bruchgebuesch <BB5> (0,11 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <FK2> (0,09 ha)
  • Quellbach <FM4> (0,32 ha)
  • Feld-, Wirtschaftsweg, befestigt <VB1> (0,40 ha)
  • land-, forstwirtschaftlicher Weg <VB3> (0,05 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • ()
  • ()
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bergfarn (Thelypteris limbosperma)
  • Birke unbestimmt (Betula spec.)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Buchenfarn (Phegopteris connectilis)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Geflecktes Knabenkraut i.w.S. (Dactylorhiza maculata agg.)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Weissmoos (Leucobryum glaucum)
  • Goldenes Frauenhaar (Polytrichum commune)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleines Helmkraut (Scutellaria minor)
  • Koenigsfarn (Osmunda regalis)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Quirl-Weisswurz (Polygonatum verticillatum)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rippenfarn (Blechnum spicant)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Siebenstern (Trientalis europaea)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt eines exponierten Waldschutzgebietes als zentrales Biotopelement innerhalb des europäischen Schutzgebietssystem NATURA 2000 und ökologische Optimierung insbesondere durch Umbau der randlichen Fichtenforste auf Grundlage eines Pflegeplanes.
Integration des hinsichtlich Dichte und Ausdehnung einzigartigen Königsfarn-Vorkommens Sellenbruch in ein spezifisches Artenschutzprogramm mit Monitoring.Erhalt eines exponierten Waldschutzgebietes als zentrales Biotopelement innerhalb des europäischen Schutzgebietssystem NATURA 2000 und ökologische Optimierung insbesondere durch Umbau der randlichen Fichtenforste auf Grundlage eines Pflegeplanes.
Integration des hinsichtlich Dichte und Ausdehnung einzigartigen Königsfarn-Vorkommens Sellenbruch in ein spezifisches Artenschutzprogramm mit Monitoring.
Gefährdungen:
  • Jagdliche Einrichtung (JA)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Zerschneidung durch Strassenbau
Maßnahmen:
  • Einstellung der Bewirtschaftung
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • keine Entwaesserung
  • Vegetationskontrolle
  • Wiederherstellung von Biotopen
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.