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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Egge-Nord <LP> (PB-024)

Objektbezeichnung:

NSG Egge-Nord <LP>

Kennung:

PB-024

Ort: Bad Lippspringe
Kreis: Paderborn
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 332,13 ha
Offizielle Fläche: 340,00 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1996
Inkraft: 2007
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20a,b,c LG

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften und
Lebensstaetten von seltenen und gefaehrdeten sowie landschaftsraumtypischen
Tier- und Pflanzenarten innerhalb eines grossflaechigen, zusammenhaengenden
Waldgebietes, das sich durch einen hohen Anteil artenreicher Buchenwaelder auszeichnet,
- Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen
Gruenden und wegen der biogeographischen Bedeutung.
- zur Bewahrung und Wiederherstellung eines gunstigen Erhaltungszustandes der natürlichen
Lebensräume und der wildlebenden Tiere und Pflanzen von gemeinschaftlichem Interesse
gemäß Art. 2 Abs. 2 und Art. 6 Abs. 2 der FFHRichtlinie;
hierbei handelt es sich um die folgenden natürlichen Lebensräume gemäß Anhang 1 der
FFH-Richtlinie:
- Waldmeister-Buchenwald (Natura 2000-Code 9130)
- Nicht touristisch erschlossene Höhlen (Natura 2000-Code 8310)

Das Gebiet dient darüber hinaus dem besonderen Schutz und der Entwicklung der Lebensräume
der folgenden Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFHoder Vogelschutzrichtlinie:
- Uhu
- Schwarzspecht
- Grauspecht
- Rotmilan
- Schwarzstorch
- Neuntöter
- Kleine Bartfledermaus
- Abendsegler
- Zwergfledermaus
- Braunes Langohr.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4119-913
  • BK-4219-029
Kennung:

BK-4219-029

Objektbezeichnung:

Buchenwald am Papenberg

Link zur Karte: BK-4219-029
Objektbeschreibung: Buchen-Hochwald auf Kalk in unterschiedlicher Exposition. Baumhoehe 20-30 m, tlw. Totholz, hoher Deckungsgrad der Krautschicht, kleinflaechig juengere Laubholz-Aufforstungen.
Kennung:

BK-4119-913

Objektbezeichnung:

Mittlerer Teil des Wald-NSG Egge noerdlich der Bahnlinie Altenbeken

Link zur Karte: BK-4119-913
Objektbeschreibung: Groflaechiges, stark zertaltes Buchenwaldgebiet aller Altersklassen noerdlich der Bahnlinie Altenbeken-Paderborn sowie wenig reliefierter ueberwiegend mit Fichten bestockter Egge-Westhang nordoestlich Altenbeken. Das von Taelern und Nebentaelern der Durbeke, Steinbeke und lokal der Beke stark zergliederte Buchenwaldgebiet traegt auf flach- bis mittelgruendigen Terra-Braunerden und verbraunten Rendzinen grossflaechige Bestaende des Waldmeister-Buchenwaldes in unterschiedlichsten Ausbildungen. Auf Rendzinen geringerer Entwicklungstiefe an SE bis SW exponierten steilen Oberhaengen (u.a. am Kleinen Kobbennacken, Rosenberg) lokal Orchideen-Buchenwald. Am Ochsenberg ab 300 m auf gut mit Wasser und Naehrstoffen versorgten, carbonatreichen Boeden stockt der Zahnwurz-Buchenwald. An sonnabseitigen Hanglagen (z.B. Schierenberghang zwischen L755 und Bahnlinie), in Mulden und bei guenstigen Feuchteverhaeltnissen auch an Suedhaengen geophytenreiche Bestaende (u.a. mit Baerlauch, Hohler Lerchensporn, Gelbes Windroeschen, Maerzenbecher) mit schoenen Fruehjahrsaspekten. Der Egge-Westhang steigt im betrachteten Abschnitt vom Sagebachtal steil von ca. 290 m auf max. ca. 427 m (Rehberg) an. An dem wenig zertalten Hang des Sandsteinrueckens stocken auf den verbreiteten aermeren Boeden (Podsole bis Braunerde-Podsole) grossflaechig und fast ausschliesslich Fichtenwaelder unterschiedlicher Altersklassen. Trotz des stets maessigen Kronenschlusses (Ausnahme Dickungen und Stangenholz) finden sich kaum andere Baumarten (Eberesche und Haengebirke zuweilen in Bstandsluecken, Buche und Eiche nur sehr vereinzelt eingesprengt). Eine schwach ausgepraegte Strauchschicht sowie genuegsame, saeuretoelerante Arten bestimmen die Krautschicht. Die Durbeke sowie die Oberlaeufe der Steinbeke und des Sagebaches sind die bedeutenden Oberflaechengewaesser des Gebietes.In den im Karstgebiet liegenden, nur periodisch wasserfuehrenden (ca. 4-6 Wochen im Jahr) Baechen Durbeke und Steinbeke kann sich waehrend der kurzen Aktivphase keine dauerhaft lebensfaehige Gewaesserbiozoenose einstellen. Z.Zt. der Scheeschmelze werden diese Baeche mitunter zu reissenden Gewaessern. Im Durbeketal hierdurch vielerorts Uferabbrueche und Ueberflutungen des angrenzenden Gruenlandes, im Steinbeketal verhindert zwischen Roemerbrunnen und Seiferduhne massive Uferverbauung Schaeden im Uferbereich. Typische Auewaldvegetation ist an beiden Wasserlaeufen nicht ausgebildet, an der Steinbeke lokal auwaldaehnliche Strukturen (feuchte Hochstaudenfluren, eschenreichere frische bis feuchte Waldbestaende). Im unteren Durbeketal verbleiben stellenweise ephemere Kleingewaesser (Pfuetzen, Tuempel) nach Ueberschwemmungen bzw. Niederschlaegen, die eingeschraenkte Bedeutung als Amphibienlaichplatz haben. Der gesamte Bereich des Durbeketals ist Jahreslebensraum und Wanderterritorium fuer Erdkroete, Grasfrosch, Berg- und Fadenmolch. Im Steinbeketal kommt die Erdkroete vor. Die bachbegleitenden Gruenlandflaechen an der Durbeke werden groesstenteils beweidet (Fettweiden sowie feuchte bis nasse (u.a. nordoestl. des Neuwaldsbergs), oertlich auch magere Weiden, z.B. noerdlich des Ochsenberges). Neben kleinflaechiger Ackernutzung unterhalb des Grossen Kobbennacken sind kleinere Talbereiche an der Durbeke im NO sowie im suedlichen Abschnitt mit Fichten aufgeforstet. Der Sagebach wird dagegen nahezu ganzjaehrig aus seinem tlw. stark gestoerten (Bauschutt) Quellbereich unterhalb des Forsthauses Kempen mit Wasser versorgt. Es handelt sich um einen weidebetonten Gruenlandkomplex, u.a. mit einer nass-quelligen Kohldistelwiese. Gewaesser und Quellbereich zeigen eine dichte Besiedlung mit Feuersalamnder, Berg- und Fadenmolch, Erdkroete und Grasfrosch. Der beschriebene Bereich des Wald-NSG Egge mit seinem grossflaechig zusammenhaengenden und strukturreichen Buchenaltholzbestaenden ist u.a. (Teil)Lebensraum zahlreicher gefaehrdeter Tier- und Pflanzenarten (u.a. Schwarzstorch, Uhu, Fransenfledermaus, Braunes Langohr, Kleine Bartfledermaus u.a.). Offene natuerliche Felsbildungen finden sich oberhalb der Steinbeke, sw des Roemerbrunnens, oberhalb des Kohl- und Heidengrundes sowie am Kleinen Kobbennacken im SW des Gebietes. Am Ochensberg besteht seit 1990 eine Naturwaldzelle (Buchenreinbestand) auf einer durch Eisbruch besonders geschaedigten Flaeche. Eine weitere NWZ mit Buchenalthoelzern und reichlich Totholz ist am Rosenberg ausgewiesen
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (67,98 ha)
  • Orchideen-Buchenwald <AA5> (14,77 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (265,80 ha)
  • Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AJ1> (29,53 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (14,77 ha)
  • Ufergehoelz <BE0> (14,77 ha)
  • Fettweide <EB0> (44,30 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <FK2> (14,77 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <FM1> (14,77 ha)
  • sekundaerer Kalkfels <GA3> (14,77 ha)
  • Kalksteinbruch <GC1> (14,77 ha)
  • Acker <HA0> (14,77 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (974,61 ha)
  • Hoehlen und Stollen <xGE0> (14,77 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <yFM1> (14,77 ha)
  • Orchideen-Buchenwald <zAA5> (14,77 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Segge (Carex montana)
  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)
  • Breit-Wegerich (Plantago major)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Finger-Segge (Carex digitata)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Franzoesische Hundsrauke (Erucastrum gallicum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris)
  • Gemeiner Rainkohl (Lapsana communis)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Grosses Zweiblatt (Listera ovata)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hirschzunge (Asplenium scolopendrium (subsp. scolopendrium))
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleinbluetige Sumpfkresse (Rorippa palustris (subsp. palustris))
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleiner Orant (Chaenorhinum minus (subsp. minus))
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Langblaettriges Waldvoegelein (Cephalanthera longifolia)
  • Maerzenbecher (Leucojum vernum)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media (subsp. media))
  • Nesselblaettrige Glockenblume (Campanula trachelium (subsp. trachelium))
  • Nestwurz (Neottia nidus-avis)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotes Waldvoegelein (Cephalanthera rubra)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Saat-Mohn (Papaver dubium (subsp. dubium))
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriges Weidenroeschen (Epilobium angustifolium)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Siebenstern (Trientalis europaea)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Trauben-Holunder (Sambucus racemosa)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Wald-Gerste (Hordelymus europaeus)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria (subsp. hirundinaria))
  • Weisses Waldvoegelein (Cephalanthera damasonium)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Winkel-Segge (Carex remota)
Tierarten:
  • Bergmolch (Triturus alpestris)
  • Braunes Langohr (Plecotus auritus)
  • Dachs (Meles meles)
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Fadenmolch (Triturus helveticus)
  • Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
  • Gebaenderter Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Grosser Abendsegler (Nyctalus noctula)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Hohltaube (Columba oenas)
  • Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
  • Maeusebussard (Buteo buteo)
  • Neuntoeter (Lanius collurio)
  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schleiereule (Tyto alba)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Trauerschnaepper (Ficedula hypoleuca)
  • Turmfalke (Falco tinnunculus)
  • Uhu (Bubo bubo)
  • Wachtelkoenig (Crex crex)
  • Waldkauz (Strix aluco)
  • Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
  • Wasserspitzmaus (Neomys fodiens)
  • Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Schutzziele: Schutz und Erhalt eines grossflaechigen, zusammenhaengenden, artenreichen Buchenwaldgebietes als Lebensstaette
fuer seltene, gefaehrdete sowie landschaftsraumtypische Tier- und Pflanzenartengemaess LG Paragraph 20a, b, c
- zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften und Lebensstaetten von seltenen und gefaehrdeten sowie landschaftsraumtypischen Tier- und Pflanzenarten innerhalb eines grossflaechigen, zusammenhaengenden Waldgebietes, das sich durch einen hohen Anteil artenreicher Buchenwaelder auszeichnet sowie die natuerliche Artenvielfalt, insbesondere der Saeugetier-, Vogel-, Reptilien-, Amphibien- und Insektenfauna,
- aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden und wegen der biogeographischen Lage.
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Immissionen
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Wildverbiss (JA)
Maßnahmen:
  • Absperrung, Auszaeunung von Flaechen
  • Altholz erhalten
  • Beseitigung von Muell
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • Erhaltung von Steilwaenden
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • kein Kahlschlag
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Waldmantelentwicklung
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