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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Baerenkaute (SI-121)

Objektbezeichnung:

NSG Baerenkaute

Kennung:

SI-121

Ort: Erndtebrueck
Kreis: Siegen-Wittgenstein
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 32,66 ha
Offizielle Fläche: 32,60 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2011
Inkraft: 2011
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-SI-00084
Kennung:

BK-5015-107

Objektbezeichnung:

NSG Bärenkaute

Link zur Karte: BK-5015-107
Objektbeschreibung: Das 33 ha große NSG umfasst Teile des Schameder Waldes östlich Erndtebrück. Die Bärenkaute ist ein großflächiges Feuchtgebiet, das teils bewaldet ist, teils als Grünland genutzt wird. Vormals waren große Bereiche mit Fichten aufgeforstet, die aber entfernt wurden. Der Norden der Bärenkaute wird von mageren, artenreichem Grünland eingenommen. In dem mit Fichtenforsten bestockten Südteil entspringen zahlreiche Bäche aus teilweise anmoorigen Quellen, die im Erfassungsjahr 2018 aufgrund der langen Dürreperiode größtenteils trockengefallen waren. Nördlich an die jungen Fichtenforste schließen sich großflächige Birken-Sukzessionswälder an, die teilweise als Moorwälder angesprochen werden können. Innerhalb der Birken sind kleinflächige binsenreiche Sümpfe sowie Quellmoore eingestreut. Daneben sind teilweise anmoorige, extensiv genutzte Feuchtgrünländer ausgebildet. Innerhalb von Weidengebüschen befinden sich im Südosten weiteres Feuchtgrünland, eine Pfeifengraswiese sowie Binsensümfe. Die Quellbäche entwässerten in den am Ostrand des NSG fließenden Baierbach. Das Gewässer ist naturnah und wird abschnittsweise von Hochstaudensäumen begleitet. Die Aue wird von Feuchtgrünländern und kleinflächigen Übergangsmooren eingenommen. Der naturschutzfachliche Wert des Gebietes liegt in dem zahlreichen Vorkommen der hervorragend ausgebildeten Quellenfluren, Quellbächen und Übergangsmooren sowie Feuchtgrünländer. Weiterhin stellt das NSG ein wichtiges Gebiet für die Erhaltung des artenreichen, mageren Extensivgrünlandes dar. Im Rahmen des landesweiten Biotopverbundes ist das NSG ein hervorragender Refugialraum für die spezialisierten Artgemeinschaften der Grundwasseraustritte und naturnahen Fließgewässer, sowie des Nass- und Feuchtgrünlandes. Weiterhin ist das Gebiet ein wichtiges Element im Biotopverbund von naturnahen Fließgewässern im Gewässersystem der Eder. Primäres Schutzziel ist die Erhaltung der Quellen, Quellbäche und der Übergangsmoore durch Auflichtung der Fichtenforste. Zudem sind die Grünländer weiterhin extensiv zu bewirtschaften, um die Arten- und Strukturvielfalt zu erhalten.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden <6230> (0,05 ha)
  • Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) <6410> (0,04 ha)
  • Uebergangs- und Schwingrasenmoore <7140> (0,08 ha)
  • noch kein LRT <kein LRT> (27,75 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,22 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Hochmoore, Uebergangsmoore und Torfstiche (nicht FFH-LRT) <NCA0> (0,09 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH-LRT) <NCC0> (0,06 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (1,88 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Magergruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NED0> (1,88 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Quellbereiche (nicht FFH-LRT) <NFK0> (0,04 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,11 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Schwarzerlenwald <AC0> (0,22 ha)
  • Birkenwald <AD0> (6,30 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (8,50 ha)
  • baumarme Waldfläche unbekannter Herkunft <AT5> (1,23 ha)
  • Übergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <CA3> (0,17 ha)
  • Bodensaurer Binsen- oder Waldsimsensumpf <CC3> (0,06 ha)
  • Borstgrasrasen <DF0> (0,05 ha)
  • Fettwiese <EA0> (0,58 ha)
  • Fettweide <EB0> (11,14 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <EC2> (1,88 ha)
  • Pfeifengraswiese <EC3> (0,04 ha)
  • Magerweide <ED2> (1,88 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle, Helokrene <FK2> (0,04 ha)
  • Mittelgebirgsbach <FM6> (0,11 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius)
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara subsp. amara)
  • Blutwurz (Potentilla erecta)
  • Borstgras (Nardus stricta)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreizahn (Danthonia decumbens s.l.)
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum s.l.)
  • Echtes Mädesüss (Filipendula ulmaria)
  • Faden-Binse (Juncus filiformis)
  • Feld-Hainsimse Sa. (Luzula campestris agg.)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus)
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gegenblättriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)
  • Gewöhnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris s.l.)
  • Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Gewöhnliches Sumpf-reitgras (Calamagrostis canescens subsp. canescens)
  • Goldenes Frauenhaar (Polytrichum commune)
  • Gras-Sternmiere (Stellaria graminea)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Hain-Segge (Carex otrubae)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Herbst-Löwenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Hunds-Veilchen (Viola canina)
  • Kleiner Wiesenknopf i.w.S. (Sanguisorba minor s.l.)
  • Knolliger Hahnenfuss (Ranunculus bulbosus)
  • Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media)
  • Moor-Labkraut (Galium uliginosum)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pillen-Segge (Carex pilulifera)
  • Quell-Sternmiere (Stellaria alsine)
  • Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea)
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Schafschwingel Sa. (Festuca ovina agg.)
  • Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Spitzblütige Binse (Juncus acutiflorus)
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre agg.)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Torfmoos (unbestimmt) (Sphagnum spec.)
  • Wald-Ehrenpreis (Veronica officinalis)
  • Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)
  • Wald-Schaumkraut (Cardamine flexuosa)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Wiesen-Knöterich (Bistorta officinalis)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Schafgarbe Sa. (Achillea millefolium agg.)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zottiges Weidenröschen (Epilobium hirsutum)
Tierarten:
Schutzziele:
  • Erhaltung eines Biotopkomplexes, bestehend aus Quellvermoorungen, Feucht- und Nassgrüenland und Sumpfquellen.Umwandlung nicht standortgerechter Nadelforste ind Laubwälder.
Gefährdungen:
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • nicht bodenstaendige Gehoelze
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Erhaltung der Gewaesser
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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