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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Liethoehle und Bachschwinden des Waeschebaches (SO-011)

Objektbezeichnung:

NSG Liethoehle und Bachschwinden des Waeschebaches

Kennung:

SO-011

Ort: Warstein
Kreis: Soest
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 24,88 ha
Offizielle Fläche: 25,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1981
Inkraft: 2003
Außerkraft: 2023
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt

1. Zur Erhaltung, Herstellung und Wiederherstellung

a) ueberregional und regional bedeutsamer Lebensraeume und Lebensstaetten seltener und
gefaehrdeter sowie landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten, innerhalb eines aus-
gedehnten Biotopkomplexes:

- Kalkhalbtrockenrasen, Trockenhanggebuesche und Felsfluren,
- Quellen und Fliessgewaesser,
- bachbegleitende Erlenbestaende, der zum Teil extensiv genutzten Nass-, Feucht- und
Magerwiesen bzw.-weiden,
- stehende Kleingewaesser.

b) von Biotopen und Vorkommen der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, die in den Anhaengen I
und II der FFH-Richtlinie aufgefuehrt sind. Soweit Biotope oder Arten bedroht sind und ihre Erhaltung
von besonderer Bedeutung ist, sind sie als prioritaer eingestuft.

Hierbei handelt es sich um folgende Biotope gemaess Anhang I der FFH-Richtlinie:

- Trespen-Schwingel Kalk-Trockenrasen (6210),
- nicht touristisch erschlossenen Hoehlen (8310)

2. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden,
insbesondere wegen der Schwalgloecher und Dolinen sowie der fuer das Mittelgebirge
typischen bachbegleitenden extensiven Nutzung der Feuchtwiesen und der bedeutenden morpho-
logischen Gliederung, Vielfalt der Sinterbildung und Zugehoerigkeit zu einer geologisch-karsthydro-
logischmodelhaften Struktur (Hoehle),
3.wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit des Gebietes, das
sich als eines der seltenen Feuchtbereiche in einem Karstgebiet und einer Hoehle darstellt und sich
durch eine vielfaeltige Gliederung und Strukturierung auszeichnet.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4516-300
  • BK-4516-902
Kennung:

BK-4516-902

Objektbezeichnung:

NSG Liethoehle

Link zur Karte: BK-4516-902
Objektbeschreibung: Im Gebiet befinden sich die derzeit verschlossenen Zugaenge zur geologisch bedeutsamen Liethoehle. Hierbei handelt es sich um eine stark zerklueftete Kalksteinhoehle mit einer Ganglaenge von etwa 500m Laenge und bedeutenden Tropfsteinformationen. In der Hoehle befindet sich ein periodisch wasserfuehrendes Becken. Als hoehlenbewohnende Tierarten sind Hoehlenkrebse bekannt. Die Hoehle bildet mit den weiter suedlich gelegenen Bachschwinden des Waesche- bzw. Schwellenbaches ein unterirdischen Komplex. Die Eingaenge befinden sich am Rande eines vollstaendig verbuschten ehemaligen Steinbruches hinter einem Kalksteinwerk. Nahezu der gesamte noerdlich hiervon gelegene Bereich wird von einem artenreichen Kalk-Halbtrockenrasen mit einem bemerkenswerten Orchideenvorkommen an einem 20-30 Grad geneigten Suedwesthang eingenommen. Das Vorkommen zahlreicher RL-Arten, insbesondere mehrerer Ginsterarten, Deutscher Enzian und Katzenpfoetchen ist fuer das Jahr 1982 belegt (floristisches Gutachten von P. Hitzke). Fruehere Hinweise auf diese Arten finden sich auch in einem Kurzgutachten von Dr. Runge aus dem Jahre 1966. Diese Arten konnten in 2000 nur teilweise bestaetigt werden (u.a. auch sicherlich durch den Kartierzeitpunkt bedingt). Bereits von Runge werden 1966 zahlreiche Ameisenhuegel mit abweichender Vegetation als Thymo-Festucetum beschrieben. Diese Strukturen sind heute noch im Gebiet nachweisbar. Einige Arten (z. B. Ginsterarten, Enzian, Habichtskraeuter, Hundsveilchen, Kreuzbluemchen und Katzenpfoetchen) geben Hinweise auf eine (oberflaechliche) Versauerung (bzw. Entkalkung) des Standortes und zeigen Uebergaenge zu den Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen an. Runge beschreibt fuer das Gebiet noch die "Katzenpfoetchen-Heide". Vor allem im Norden ist die Verbuschung der Flaeche schon weit vorangeschritten. Im uebrigen sind die Hangkanten der ehemaligen Steinbrueche weitgehend verbuscht. Im Sueden des Gebietes befindet sich noch ein weitgehend offenes Plateau, das allerdings durch das Verfuellen mit Schotter beeintraechtigt und floristisch weniger interessant ist (eher Ruderalfluren). Im Bereich des erwaehnten Kalksteinwerkes verlaeuft die NSG-Grenze teilweise ueber das Werksgelaende (Zufahrten, Schotterflaechen). Die Lage der Grenze ist hier nicht nachvollziehbar. Sie sollte entsprechend den oertlichen Gegebenheiten an den schutzwuerdigen Bereich angepasst werden. Im uebrigen grenzen weitere Industrieanlagen (Kalkstein- und Zementwerke) und ein Kalksteinbruchgebiet (unmittelbar im Osten) an.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,21 ha)
  • sekundaerer Kalkfels <GA3> (0,48 ha)
  • Halde, Aufschuettung <HF0> (0,64 ha)
  • Lagerplatz, unversiegelt <HT3> (0,20 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Hoehle <xGE1> (0,04 ha)
  • Trespen-Halbtrockenrasen <zDD2> (1,45 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)
  • Augentrost (Euphrasia spec.)
  • Blaugruene Segge (Carex flacca (subsp. flacca))
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Deutscher Enzian (Gentianella germanica)
  • Deutscher Ginster (Genista germanica)
  • Dreizahn (Danthonia decumbens)
  • Echter Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
  • Echter Wiesenhafer (Helictotrichon pratense (subsp. pratense))
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Echtes Tausendgueldenkraut (Centaurium erythraea)
  • Englischer Ginster (Genista anglica)
  • Faerber-Ginster (Genista tinctoria)
  • Feld-Ulme (Ulmus minor)
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
  • Flaum-Hafer (Helictotrichon pubescens)
  • Flug-Hafer (Avena fatua)
  • Fransen-Enzian (Gentianopsis ciliata (subsp. ciliata))
  • Fruehbluehender Thymian (Thymus praecox agg.)
  • Geflecktes Knabenkraut i.w.S. (Dactylorhiza maculata agg.)
  • Gemeiner Dost (Origanum vulgare)
  • Gemeiner Wundklee (Anthyllis vulneraria)
  • Gemeines Bitterkraut (Picris hieracioides)
  • Gemeines Katzenpfoetchen (Antennaria dioica)
  • Gemeines Kreuzbluemchen (Polygala vulgaris)
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Glattes Habichtskraut (Hieracium laevigatum)
  • Golddistel (Carlina vulgaris (subsp. vulgaris))
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Grosser Klappertopf (Rhinanthus serotinus)
  • Grosses Schillergras Sa. (Koeleria pyramidata agg.)
  • Grosses Zweiblatt (Listera ovata)
  • Haar-Ginster (Genista pilosa)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Hunds-Veilchen (Viola canina)
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria (subsp. eupatoria))
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Kriechende Hauhechel (Ononis repens)
  • Mittlerer Klee (Trifolium medium)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media (subsp. media))
  • Moschus-Malve (Malva moschata)
  • Purgier-Lein (Linum catharticum)
  • Rauhhaar-Veilchen (Viola hirta)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Schafschwingel Sa. (Festuca ovina agg.)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule (subsp. acaule))
  • Unbewehrte Trespe (Bromus inermis)
  • Vogel-Wicke Sa. (Vicia cracca agg.)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis subsp. pratensis)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Wohlriechende Skabiose (Scabiosa canescens)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
  • Niphargus spec. (Niphargus spec.)
Schutzziele: Erhaltung der der Hoehle in jetzigen Zustand und Erhaltung und Optimierung der Halbtrockenrasen
Gefährdungen:
  • Abbau Gesteine
  • Rekultivierung, unsachgemaess
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
  • Verfuellung
Maßnahmen:
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • Hoehlen, Stollen erhalten, sichern
  • Vegetationskontrolle
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