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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Uentruper Wald (SO-061)

Objektbezeichnung:

NSG Uentruper Wald

Kennung:

SO-061

Ort: Lippetal
Kreis: Soest
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 368,30 ha
Offizielle Fläche: 368,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2006
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Beschreibung:

Das Schutzgebiet befindet sich am nordwestlichen Rand der Gemeinde Lippetal im Vorland der
Beckumer Berge. Es handelt sich um ein größeres Laubwaldgebiet mit naturnahen, artenreichen
Eichen-Hainbuchenwäldern und Bach-Eschenwäldern entlang natürlich erhaltener Bäche.
Im Schutzgebiet befinden sich Lebensräume und Arten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß
der Flora-Fauna-Habitat- (FFH-) bzw. Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft. Der
Bereich wird unter der Ziffer "DE-4213-302" in der Liste der innerhalb der Gemeinschaft besonders
zu schützenden Gebiete geführt.
Es handelt sich um laubholzreiche Wälder auf staufeuchten und zeitweise vernässten Standorten mit
einem hohen Grad an Natürlichkeit. Häufiger finden sich auch truppweise eingemischte Fichtenbe-
stände. Die kalkreichen Böden im Umfeld der Beckumer Berge bewirken eine artenreiche Ausbil-
dung der Wälder. Die hohe Strukturvielfalt mit Alt- und Totholzbeständen ist charakteristisch für
Wälder des südöstlichen Kernmünsterlandes. Im Bereich der Bach-Eschenwälder sind noch natürlich
erhaltene Bachläufe mit stellenweise großen Vorkommen des Märzenbechers sowie Orchideen vor-
zufinden. Der am nordwestlichen Waldrand gelegene Grenzbach weist eine ausgeprägte Bachtal-
morphologie mit Einschnittstiefen bis zu 8 m auf.

Schutzzweck und Schutzziel:
Die Unterschutzstellung erfolgt
1.- zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung
a) eines größeren, naturnahen Laubmischwaldkomplexes am südlichen Rand der Beckumer Berge
in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen und Altersphasen mit naturnahen Fließgewässersy-
stemen als überregional bedeutsamer Lebensraum seltener und gefährdeter sowie landschafts-
raumtypischer Tier- und Pflanzenarten.

b) eines im landesweiten Biotopverbund bedeutsamen großen Waldgebietes

c) von natürlichen Lebensräumen und Vorkommen wildlebender Tier- und Pflanzenarten, die in den
Anhängen I, II und IV der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21.Mai 1992 (ABL. EG Nr. L206 vom
22. Juli 1992 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27.Oktober 1997 (ABL. EG Nr.
L 305/42) - ( FFH-Richtlinie ), aufgeführt sind.

Hierbei handelt es sich gem. Anhang I der FFH-Richtlinie um folgenden Lebensraum:

-Erlen-Eschen- und Weichholzauwälder (91E0)
-Stieleichen-Hainbuchenwald (9160)

Das Gebiet hat darüber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 und/oder für Arten des Anhang II/IV der FFH-
Richtlinie sowie für Arten der Vogelschutzrichtlinie Bedeutung für

-Schwarzspecht
-Grauspecht
-Rotmilan
-Wespenbussard
-Nachtigall


2.- aus wissenschaftlichen und naturgeschichtlichen Gründen.

3.- wegen der Seltenheit, der besonderen Eigenart und der hervorragenden Schönheit des Gebietes.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4213-008
  • BK-4213-017
  • BK-4213-177
Kennung:

BK-4213-017

Objektbezeichnung:

Uentruper Wald

Link zur Karte: BK-4213-017
Objektbeschreibung: Der Uentruper Wald ist ein insgesamt ueber 300 ha grosses Waldgebiet, das im Osten durch die Autobahn A2 zerschnitten wird. Das hier beschriebene Gebiet umfasst den suedlichen Bereich westlich der Autobahn, das etwa zur Haelfte von Eichen-Hainbuchenwaeldern eingenommen wird. Die großflaechigen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaelder staufeuchter und zeitweise vernaesster Standorte zeichnen sich durch einen hohen Grad an Natuerlichkeit aus. Die artenreiche Ausbildung dieser Waldgesellschaft ist durch die kalkreichen Standorte im Umfeld der Beckumer Berge gepraegt. Weniger staufeuchte Standorte v.a. im Norden des Gebietes sind potentielle Wuchsorte von Waldmeister-Buchenwaeldern. Die hohe Strukturvielfalt, der gute Erhaltungszustand sowie Alt- und Totholzbestaende kennzeichnen diese Bestaende. Mehrere, noch natuerlich erhaltene Bachlaeufe werden haeufig von Bach-Eschenwaelder gesaeumt, die stellenweise große Vorkommen des Märzenbechers sowie Orchideen in der Krautschicht aufweisen. Die uebrigen Waelder setzen sich ueberwiegend aus Eschenmischwaeldern (haeufig mit Bergahorn)-, groessere Fichten- und Pappelforste unterschiedlicher Altersstufen zusammen. Im Wald befinden sich einige mehr oder weniger befestigte Forstwege. Das Gebiet wird meist von Acker-, seltener von Gruenlandflaechen umgeben, im Norden grenzen weitere Waldflaechen, meist aus nicht bodenstaendigen Arten an. Der Waldmantel ist nur abschnittsweise gut entwickelt.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (2,33 ha)
  • Eichenwald <AB0> (11,63 ha)
  • Pappelwald <AF0> (69,80 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (23,27 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (6,98 ha)
  • Graben <FN0> (2,33 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <xAQ1> (107,03 ha)
  • Quelle, Quellbereich <yFK0> (2,33 ha)
  • Tieflandbach <yFM5> (2,33 ha)
  • Bachbegleitender Eschenwald <zAM2> (4,65 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Ehrenpreis (Veronica montana)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Dunkles Lungenkraut (Pulmonaria obscura)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echte Pfefferminze (Mentha piperita (M. aquatica x spicata))
  • Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbeere (Paris quadrifolia)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Huegel-Veilchen (Viola collina)
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Maerzenbecher (Leucojum vernum)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Scharbockskraut (Ficaria verna)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Grauspecht (Picus canus)
  • Kaisermantel (Argynnis paphia)
  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Wespenbussard (Pernis apivorus)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung naturnaher Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder und bachbegleitender Bach-Eschenwaelder mit Maerzenbechervorkommen im flachwelligen Vorland der Beckumer Berge
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Waldmantelentwicklung
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