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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Broeggel (SO-021)

Objektbezeichnung:

NSG Broeggel

Kennung:

SO-021

Ort: Lippetal
Kreis: Soest
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 118,54 ha
Offizielle Fläche: 119,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1956
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Beschreibung:
Das Schutzgebiet befindet sich nördlich der Lippeaue an den Ausläufern der Beckumer Berge.
Es handelt sich um ein größeres, artenreiches Waldgebiet, das stellenweise mit Pappel- und
Fichtenforsten durchzogen ist.
Im Schutzgebiet befinden sich Lebensräume und Arten von gemeinschaftlichem Interesse ge-
mäß der Flora-Fauna-Habitat- (FFH-) bzw. Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft.
Der Bereich wird unter der Ziffer "DE-4314-303" in der Liste der innerhalb der Gemeinschaft beson-
ders zu schützenden Gebiete geführt.
Der Wald besteht hauptsächlich aus Eichen und Hainbuchen mit jungen Erlen und Eschenbestän-
den auf staunassen Lehmböden. Im Südwestlichen Waldbereich befindet sich eine prähistorische
Wallburganlage.

Schutzzweck und Schutzziel:
Die Unterschutzstellung erfolgt
1. zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung
a) eines größeren, naturnahen Laubmischwaldkomplexes am südlichen Rand der Beckumer Berge
in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen und Altersphasen mit naturnahen Fließgewässersy-
stemen und Quellen als überregional bedeutsamer Lebensraum seltener und gefährdeter sowie
landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten.

b) von natürlichen Lebensräumen und Vorkommen wildlebender Tier- und Pflanzenarten, die in
den Anhängen I, II und IV der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21.Mai 1992 (ABL. EG Nr.
L206 vom 22. Juli 1992 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27.Oktober
1997 (ABL. EG Nr. L 305/42) - ( FFH-Richtlinie ), aufgeführt sind.
Hierbei handelt es sich gem. Anhang I der FFH-Richtlinie um folgenden Lebensraum:
-Stieleichen-Hainbuchenwald (9160)
-Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder(91E0)
-Waldmeister-Buchenwald (9130)

Das Gebiet hat darüber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 und/oder für Arten des Anhang II/IV
der FFH-Richtlinie sowie für Arten der Vogelschutzrichtlinie Bedeutung für
-Eisvogel
-Rotmilan
-Wespenbussard
-Nachtigall

2. aus wissenschaftlichen und naturgeschichtlichen Gründen.

3. wegen der Seltenheit, der besonderen Eigenart und der hervorragenden Schönheit des Gebietes.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4314-074
  • BK-4314-902
Kennung:

BK-4314-074

Objektbezeichnung:

Naturschutzgebiet Bröggel- Wald in Lippetal

Link zur Karte: BK-4314-074
Objektbeschreibung: Das Gebiet befindet sich nördlich der Lippeaue an den Ausläufern der Beckumer Berge. Es handelt sich um ein ca. 110 ha größeres, artenreiches Waldgebiet, auf nahezu ebenem und (wechsel-)feuchtem und staunassem Lehmboden aus. Auf fast 80 ha dominieren artenreiche Eichen- Hainbuchenwälder. Diese sind alte (ehemalige) Mittelwaldbestände mit häufig starken, alten Eichen. Die Bestände weise teilweise einen hohen Anteil an Eschen, seltener auch an Buchen auf. Parzellenweise dominieren auch gutwüchsige, strauchreiche Eschenbestände. Die Strauchschicht erreicht in den meist lichten, dominierenden Eichen-Hainbuchen- oder Eschenbeständen höhere Deckung (bis 40%). Die Krautschicht ist lückig, überwiegend auch bodendeckend ausgebildet. Sie weist je nach Standort typische Arten des artenreichen oder artenarmen Eichen-Hainbuchenwaldes auf. In diese überwiegend naturnahen Waldbestände sind Parzellen mit einer Bestockung aus Pappel-, Lärchen oder Fichten eingestreut. Im Nordosten des Gebietes grenzen größere Pappelforste an das Gebiet. Das Gebiet hat internationale Bedeutung für den Biotopverbund. Erhaltung und Optimierung eines großen, bodenständigen und naturnahen Eichen-Hainbuchenwaldes.
Kennung:

BK-4314-902

Objektbezeichnung:

NSG Broeggel

Link zur Karte: BK-4314-902
Objektbeschreibung: Ca. 6ha grosser, ebener Eichen-Hainbuchenwald auf staunassem Lehmboden noerdlich des Lippetals. Das bestehende, vom ausgebauten Broeggelbach im Sueden begrenzte Naturschutzgebiet beherbergt eine artenreiche und dicht geschlossene Krautschicht mit grossen Bestaenden von Baerlauch, Eisenhut und Lerchensporn. An den Randzonen wuchert dichtes Brennessel-Gierschgestruepp, in Bachnaehe erschwert undurchdringliches Traubenkirschengebuesch den Zugang. Der Bach weist nur geringes Gefaelle auf. Entlang des Baches zeigen die Waelder Uebergaenge zu Bach-Eschenwaeldern, in denen einige auch einige alte Ulmen zu finden sind. Die nach seinem Ausbau vom Lauf abgetrennten Altarme sind stark verschlammt und mit Laub verfuellt. Am suedlichen Waldrand liegt eine etwa 100 mal 200m grosse Doppelringwallanlage mit temoraer wasserfuehrenden Wassergraeben, die sogenannte Broeggelburg. Hier fand man Scherben aus dem 9. bis 12. Jahrhundert. Zun den suedlich angrenzenden Nutzflaechen sollte ein breiter Puferstreifen angelegt, der Bach renaturiert werden. Im Norden grenzt ein ausgedehnter Wald an das NSG an.
Lebensraumtypen:
  • Subatlantischer oder mitteleuropaeischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] <9160> (77,88 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (11,04 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenwald <AB0> (2,21 ha)
  • Pappelwald <AF0> (5,52 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (1,17 ha)
  • Eschenwald <AM0> (11,16 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (3,31 ha)
  • Laerchenmischwald <AS1> (2,21 ha)
  • Altarm, Altwasser <FC0> (0,31 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (0,31 ha)
  • Graben <FN0> (0,12 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <xAQ1> (83,19 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)
  • Baeren-Lauch (Allium ursinum (subsp. ursinum))
  • Behaarte Karde (Dipsacus pilosus)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Geflecktes Knabenkraut i.w.S. (Dactylorhiza maculata agg.)
  • Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia)
  • Gelbes Windroeschen (Anemone ranunculoides)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Goldschopf-Hahnenfuss Sa. (Ranunculus-auricomus-Gruppe)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava (subsp. cava))
  • Laerche unbestimmt (Larix spec.)
  • Nestwurz (Neottia nidus-avis)
  • Osterluzei (Aristolochia clematitis)
  • Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Goldstern (Gagea lutea)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Blindschleiche (Anguis fragilis)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Grauschnaepper (Muscicapa striata)
  • Waldeidechse (Lacerta vivipara)
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines großen, bodenständigen und naturnahen Eichen-Hainbuchenwaldes.Erhaltung und Optimierung eines sehr artenreichen, naturnahen Waldbereiches mit Eichen-Hainbuchenwaeldern und
Vorkommen seltener und gefaehrdeter Pflanzen / Wiederherstellung eines naturnahen Baches
Gefährdungen:
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Entwaesserungsgraeben
  • Eutrophierung
  • Gewaesserausbau
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Verlandung als unerwuenschte Sukzession
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Entschlammung
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Verbesserung der Wasserqualitaet
  • Vermeidung Eutrophierung
  • Waldmantelentwicklung
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