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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Steinbruch Vellern (WAF-024)

Objektbezeichnung:

NSG Steinbruch Vellern

Kennung:

WAF-024

Ort: Beckum
Kreis: Warendorf
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 13,92 ha
Offizielle Fläche: 14,50 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1958
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4214-903
Kennung:

BK-4214-903

Objektbezeichnung:

NSG Steinbruch Vellern

Link zur Karte: BK-4214-903
Objektbeschreibung: Am Südostrand von Neubeckum, nahe der Autobahn A2, liegt in der welligen Ackerlandschaft der Beckumer Berge der ehemalige Steinbruch Vellern. Das NSG "Steinbruch Vellern" in einem seit langem stillgelegten Kalksteinbruch umfasst die beiden ehemaligen Naturschutzgebiete "Steinbruch Vellern I und II" sowie einer als Pufferzone dienenden Erweiterungsfläche an der Nordostseite. Die drei Teilflächen werden getrennt beschrieben. 1.Teilfläche: "Ehemaliges NSG Steinbruch Vellern I" Die Fläche umfasst innerhalb des langgestreckten Steinbruches den südöstlichen Teil, der schon früher unter Naturschutz gestellt wurde und in dem großflächig Entkusselungsmassnahmen durchgeführt worden sind. Dieses Gebiet ist durch mit dichtem Gebüsch bewachsenen Steilböschungen und unverbuschte Kalk-Trockenrasen gekennzeichnet. Innerhalb des Steinbruches sind nur im Nordosten die Gebüsche flächenhaft ausgebildet. Die Sohle des ehemaligen Steinbruches weist ein bewegtes Oberflächenrelief auf mit leichten Erhebungen und einem flachen Abgrabungsgewässer. Die höher gelegenen Bereiche und die terrassenartigen Abstufungen am W-Rand des Steinbruchs sind mit Halbtrockenrasen bewachen. Die flachen Senken weisen z.T. Kalk-Kleinseggenrieder und/oder Pfeifengrasbestände auf. Sowohl die Halbtrockenrasen als auch die feuchten Senken beherbergen eine Vielzahl z.T. hochgradig gefährdeter Pflanzenarten, darunter viele Orchideen. 2. Teilfläche: "Ehemaliges NSG "Steinbruch Vellern II" Das Gebiet umfasst den nordwestlichen Teil und grenzt im NO an die Erweiterungsfläche (s.u.). Im Westen wird das Naturschutzgebiet durch die mit dichtem Gebüsch bestandene Böschung begrenzt. Die Sohle des Gebietes ist ebenfalls mit einem kleinräumig wechselnden Vegetationsmosaik aus Kalkhalbbtrockenrasen und feuchten Senken mit Pfeifengrasbeständen und Kleinseggenried bestanden, in dem zahlreiche gefährdete Pflanzenarten wachsen. Jedoch sind hier die Halbtrockenrasen stärker verbuscht und die flächenhaft ausgebildeten Gebüsche nehmen einen deutlich größeren Raum ein. Im Nordwesten befindet sich eine tiefe, wassergefüllte Senke. Um das Gewässer herum stockt ein Weidengebüsch, das nach Norden in einen mesophilen Laubwald aus vorwiegend Buche und Bergahorn übergeht. 3. Teilfläche: Pufferfläche am Nordost-Rand Die Erweiterungsfläche im Nordosten des NSG umfasst einen Balsampappelforst und eine ruderale, z.T. gelegentlich gemähte Wiese, umgeben von Schlehengebüsch und älteren Laubholz- und Fichten-Forsten. Sie soll als Pufferzone für die angrenzenden, auf der schmalen Steinbruchsohle liegenden, verbuschenden Kalkmagerrasen und Pfeifengraswiesen dienen. Aufgrund des großflächigen Vorkommens von artenreichen, sehr gut ausgebildeten Halbtrockenrasen im kleinräumigen Wechsel mit Kalkflachmooren ist das NSG "Steinbruch Vellern" von sehr hoher naturschutzfachlicher Wertigkeit, die durch das Vorkommen zahlreicher gefährdeter Pflanzenarten - darunter mehrere Orchideen-Arten - noch verstärkt wird. Die früher im Gebiet vorkommende Pflanzenart von gemeinschaftlicher Bedeutung konnte jedoch seit mehrere Jahren nicht mehr nachgewiesen werden. Die Hauptentwicklungsziele sind die Erhaltung eines ehemaligen Kalk-Steinbruches mit vielen gefährdeten Biotoptypen (Röhricht, Trockenrasen, Kalk-Kleinseggenrieder, Gebüsche trockenwarmer Standorte) als Lebensraum für zahlreiche, gefährdete Pflanzen- und Tierarten sowie insbesondere Schutz und Optimierung des Kalk-Niedermoores als potenziellen Wuchsort von und weiterer stark gefährdeter Orchideen-Arten. Aufgrund der Nähe zu weiteren, ähnlich ausgestatteten Kalksteinbrüchen im Gebiet der Beckumer Berge ist das NSG "Vellerner Steinbruch" von sehr hoher, landesweiter Bedeutung für den Biotopverbund.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia)(* bes. Bestände mit bemerkenswerten Orchideen) <6210> (2,03 ha)
  • Kalk- und basenreiche Niedermoore <7230> (0,23 ha)
  • kein LRT <kein LRT> (5,49 ha)
  • Laubwälder ausserhalb von Sonderstandorten <NA00> (1,08 ha)
  • Sumpf-, Moor- und Bruchwälder <NAC0> (0,17 ha)
  • Kleingehölze (Alleen, linienförmige Gehölzstrukturen, Einzelbäume, Ufergehölze, flächige Gebüsche, Baumgruppen und Feldgehölze) <NB00> (4,43 ha)
  • Sümpfe, Riede und Röhrichte <NCC0> (0,24 ha)
  • Stillgewässer <NFD0> (3,60 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AB3> (1,08 ha)
  • Pappelwald <AF0> (2,99 ha)
  • Nadelbaum-Fichtenmischwald <AJ3> (1,12 ha)
  • Ahorn-/Lindenwald <AR0> (0,36 ha)
  • Gebuesche und Strauchgruppen mit vorwiegend heimischen Straucharten <BB11> (4,60 ha)
  • Kalk-Kleinseggenried <CC2> (0,47 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <CF2> (0,04 ha)
  • Kalkhalbtrockenrasen, Kalkmagerrasen <DD0> (2,03 ha)
  • Fettwiese <EA0> (0,84 ha)
  • brachgefallenes Fettgruenland <EE0a> (0,14 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,03 ha)
  • Abgrabungsgewaesser (Festgestein) <FG2> (3,57 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
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  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Aehren-Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Aufsteigende Gelb-Segge (Carex demissa)
  • Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Blaugruene Binse (Juncus inflexus (subsp. inflexus))
  • Blaugruene Segge (Carex flacca (subsp. flacca))
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Dickwandiges Sichelmoos (Drepanocladus sendtneri)
  • Echter Wiesenhafer (Helictotrichon pratense (subsp. pratense))
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Farnaehnliches Starknervmoos (Cratoneuron filicinum)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ulme (Ulmus minor)
  • Fichte (Picea abies)
  • Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
  • Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
  • Fuchssches Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)
  • Gemeine Sumpfsimse Sa. (Eleocharis palustris agg.)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Dost (Origanum vulgare)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gemeines Kreuzbluemchen (Polygala vulgaris subsp. vulgaris)
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Geoehrtes Habichtskraut (Unterart) (Hieracium lactucella)
  • Gewelltblaettriges Kriechsternmoos (Plagiomnium undulatum)
  • Gewoehnliche Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria subsp. columbaria)
  • Gewoehnlicher Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea subsp. sanguinea)
  • Gewoehnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Gewoehnlicher Rauher Loewenzahn (Leontodon hispidus subsp. hispidus)
  • Gewöhnliche Kriechende Hauhechel (Ononis repens subsp. procurrens)
  • Gewöhnliche Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa subsp. scabiosa)
  • Gewöhnlicher Färber-Ginster (Genista tinctoria subsp. tinctoria)
  • Gewöhnlicher Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus subsp. europaeus)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Grosse Haendelwurz (Gymnadenia conopsea)
  • Haarfarnaehnliches Spaltzahnmoos (Fissidens adianthoides)
  • Hain-Segge (Carex otrubae)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kelch-Beckenmoos (Pellia endiviifolia)
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria (subsp. eupatoria))
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor subsp. minor)
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Knolliger Hahnenfuss (Ranunculus bulbosus (subsp. bulbosus))
  • Krallenblatt-Sichelmoos (Drepanocladus aduncus)
  • Kratzbeere (Rubus caesius)
  • Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media (subsp. media))
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Purgier-Lein (Linum catharticum)
  • Purpur-Weide (Salix purpurea)
  • Rauhhaar-Veilchen (Viola hirta)
  • Raukenblaettriges Greiskraut (Senecio erucifolius (subsp. erucifolius))
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schein-Zypergras-Segge (Carex pseudocyperus)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schopf-Kreuzbluemchen (Polygala comosa)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Spaete Gelb-Segge (Carex viridula (subsp. viridula))
  • Spiessmoos (Calliergonella cuspidata)
  • Spitzblaettriges Schoenschnabelmoos (Eurhynchium striatum)
  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule (subsp. acaule))
  • Stern-Goldschlafmoos (Campylium stellatum)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Goldschlafmoos (Campylium elodes)
  • Sumpf-Kurzbuechsenmoos (Brachythecium mildeanum)
  • Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weiches Kamm-Moos (Ctenidium molluscum)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Wirbeldost (Clinopodium vulgare (subsp. vulgare))
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung eines ehemaligen Kalk-Steinbruches mit vielen gefährdeten Biotoptypen (Röhricht, Trockenrasen, Kalk-Kleinseggenrieder, Gebüsche trockenwarmer Standorte) als Lebensraum für zahlreiche, gefährdete
Pflanzen- und Tierarten sowie insbesondere Schutz und Optimierung des Kalk-Niedermoores als potenziellen Wuchsort von und weiterer stark gefährdeter Orchideen-Arten.
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Eutrophierung
  • Freizeitaktivitaeten
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Sammeln (SP)
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
  • Trittschaden an Vegetation
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Absperrung, Auszaeunung von Flaechen
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Beseitigung von Muell
  • Betretungsverbot
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Jagdausuebung beschraenken
  • keine Duengung
  • Vegetationskontrolle
  • Vermeidung Eutrophierung
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