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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Vellerner Brook (WAF-040)

Objektbezeichnung:

NSG Vellerner Brook

Kennung:

WAF-040

Ort: Beckum
Kreis: Warendorf
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 110,55 ha
Offizielle Fläche: 111,00 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1995
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4114-0031
Kennung:

BK-4114-0031

Objektbezeichnung:

NSG Vellerner Brook

Link zur Karte: BK-4114-0031
Objektbeschreibung: Das 109 ha große, geschlossene Waldgebiet umfasst eine ca. 30 m über das Umland ansteigende, stark wellige Kreidekalkerhebung (Stromberger Schichten östlich von Beckum. Den größten Flächenanteil nehmen artenreiche Kalkbuchenwälder aus überwiegend mittlerem bis starkem Baumholz ein, die in ihrer Krautschicht neben dem typischen Arteninventar des FFH-Lebenraumtyps "Waldmeister-Buchenwald" wie Waldmeister, Vielblütige Weißwurz, Buschwindröschen, Waldzwenke, Aronstab und Goldnessel auch Orchideenarten und das Leberblümchen aufweisen. Die Innen- und Außenränder der Bestände werden nicht selten von den Lianen der Waldrebe geprägt. Neben den artenreichen, alten Beständen treten auch junge Buchenwälder auf, die aufgrund der starken Schattenwirkung der Rotbuche nur eine spärliche Krautschicht aufweisen. In einigen Parzellen wurden in der Baumschicht Altbuchen entnommen, welches zu einem starken Aufwuchs von Buchennaturverjüngung führt. Liegendes und stehendes Totholz in verschiedenen Stärken und Zersetzungsgraden, sowie Höhlenbäume reichern das Waldgebiet strukturell an. Im Bereich von Senken und feuchten Hanglagen stocken Eichen-Hainbuchenwälder und haselnussreiche Eichenwälder. Kleinflächig sind noch Eschenparzellen sowie Schlagfluren eingestreut. Die schmalen Fließgewässer die die Bestände durchziehen führen nur zeitweilig Wasser und fallen im Sommer trocken. Der gute Erhaltungszustand der Bestände, die räumliche Geschlossenheit und die hohe Arten- und Strukturvielfalt machen den Vellerner Brook zu einem ausgezeichneten Gebiet für die Erhaltung der typischen Biozönose der Kalkbuchenwälder im Kreis Warendorf. Ebenfalls kommt dem Gebiet hinsichtlich des landesweiten Biotopverbundes naturnaher Laubwälder eine naturschutzfachlich herausragende Funktion als Refugial- und Ausbreitungsraum im waldarmen Münsterland zu. Schutzziel ist die Bewahrung und Erhöhung des strukturellen Reichtums der Buchenbestände durch ein dynamisches Altholzkonzept und eine naturnahe forstliche Nutzung.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <> (10,97 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald <9130> (59,30 ha)
  • Stieleichen-Hainbuchenwald <9160> (9,50 ha)
  • Laubwälder ausserhalb von Sonderstandorten <NA00> (22,47 ha)
  • Stillgewässer <NFD0> (0,04 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (34,69 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (24,61 ha)
  • Eichenwald <AB0> (5,48 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (5,48 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <AB9> (8,00 ha)
  • Pappelmischwald <AF1> (6,58 ha)
  • Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AJ1> (6,58 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (4,93 ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <AQ1> (1,50 ha)
  • Fettwiese <EA0> (3,29 ha)
  • Teich <FF0> (0,04 ha)
  • Bach <FM0> (1,10 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Gartenform) (Lamium galeobdolon var. variegatum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kamm-Laichkraut (Potamogeton pectinatus)
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Kratzbeere (Unterart) (Rubus caesius subsp. aquaticus)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung eines geschlossenen Waldgebietes mit hohem Anteil naturnaher, bodenständiger Laubholzwälder und gefaehrdeten Waldgesellschaften (Waldmeister-Buchen- und Eichen-Hainbuchenwald) durch eine naturnahe forstliche Bewirtschaftung unter Erhaltung von Totholz und Höhlenbäumen.
Gefährdungen:
  • Abbau Gesteine
  • Freizeitaktivitaeten
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Sammeln (SP)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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