Objektbeschreibung: |
Der Stemmberg westlich von Hellefeld besteht am südlichen Oberhang und im Ostteil aus einem Kalk-Buchenwald mit zum Teil mächtigen Althölzern (Waldmeister-Buchenwald, FFH-LRT 9130). Im Zentrum und im Nordosten befinden sich mehrere kleinere historische Kalksteinentnahmestellen (hellgraue, dickbankige, bituminöse Kalke) mit mehreren z. T. spaltenreichen Kalkfelswänden. Dieser Teil wurde laut alter Biotopkataster-Beschreibungen noch bis mindestens 1992 beweidet (Schafe, Rinder, Damwild), aktuell ist keine Beweidung zu erkennen und es hat sich (wieder) eine weitgehend typische Krautschicht entwickelt.
Am Steinbruchrand im Westen stockt am steilen nordexponierten Hang ein Eschen-reicher Schluchtwald im Starkholzalter (prioritärer FFH-LRT 9180) mit einem größeren Bestand des Silberblattes. Auf dem teilweise flachgründigen Blockschuttboden mit typischer Moosvegetation (Ctenidion mollusci) erreichen die ältesten Bäume einen Stammdurchmesser von bis zu 60 cm. Der Untergrund wird aus Kohlenkalken gebildet und bedingt eine üppige, artenreiche und bodendeckende Krautschicht. Die Strauchschicht erreicht mittlere Deckungsgrade. Im Schluchtwald fällt die Naturverjüngung von Schluchtwald-Charakterarten (Bergulme, Esche) auf. Im Bestand liegt relativ viel Totholz am Boden (Astungsreste, schwache Stämme). Im Südwesten ist ein Teil des Waldes seit der Erstkartierung 1985 durch Gesteinsabbau durch den angrenzenden Steinbruch verloren gegangen..
Im Nordwesten befinden sich mittlerweile zu mittlerem Baumholz herangewachsene Eschen- und Berghorn-Aufforstungen, im nördlichen Zentralteil auch eine Eschenaufforstung (mittleres Baumholz) mit einigen Fichten. Dieser Nordrand weist vermutlich auf Grund der Nähe zum angrenzenden Acker Eutrophierungszeiger auf.
Hervorzuheben ist der Schluchtwald mit dem Silberblattvorkommen, er stellt einen prioritären FFH-Lebensraumtyp dar und ist im westlichen Kreisgebiet ein sehr seltener Lebensraum.
Im Biotopverbund handelt es sich um einen wichtigen Trittsteinbiotop für Tier- und Pflanzenarten der Schluchtwälder und Kalk-Buchenwälder.
Wenn möglich, sollte der Steinbruch nicht weiter in das Gebiet erweitert werden, da der der wertvolle Schluchtwald und der Altbuchenwald direkt an die Steinbruchkante grenzen. Im mittleren Südteil lagern noch immer alte verfallene landwirtschaftliche Geräte. In einem alten Steinbruch im mittleren Ostteil ist auch offenbar alter Hausmüll und Gesteinsschutt abgelagert. Es sollte eine ordnungsgemäße Entsorgung erfolgen. |